ReiserücktrittReise abgesagt wegen Corona: Fragen und Antworten

Symbolbild ReisenRudy and Peter Skitterians auf Pixabay

#1 Greift eine Reiserücktrittskostenversicherung bei Covid-19?

Hier gibt es schlechte Nachrichten. „Wegen Corona helfen diese Versicherungen oft nicht (mehr)“, teilen die Verbraucherzentralen mit Stand 15. März 2020 mit. Das gelte sogar für den Fall, dass der Reisende selbst an der neuartigen Lungenkrankheit leidet. „Denn viele Versicherer sehen vor, dass ‚Schäden, Erkrankungen und Tod infolge von Pandemien‘ nicht versichert sind“, informieren die Experten. Bei Krisen im Reiseland komme eine solche Police grundsätzlich sowieso nicht zum Tragen.

#2 Individualreisende müssen auf Kulanz hoffen

Schon die Pleite von Air Berlin hat gezeigt: Individualreisende besitzen im Gegensatz zu Pauschalurlaubern weniger rechtliche Absicherung, wenn ihre Reise nicht stattfindet. Viele Fluggesellschaften reagieren aber angesichts des Corona-Ausnahmezustands mit Kulanzregelungen. „Lufthansa etwa bietet für alle Flüge von/nach Festland-China kostenfrei Umbuchungen und eine Rückerstattung an. Flüge von/nach Peking, Shanghai, Nanjing, Shenyang und Qingdao sind bis zum 28. März ausgesetzt“, teilten die Verbraucherzentralen mit.

Kunden von KLM können bis einschließlich 31. März gebuchte Flüge kostenlos bis 31. Mai verschieben oder das Reiseziel ändern. Wer lieber länger warten möchte, kann sich den Wert des Flugs in einen Gutschein umwandeln lassen. Er ist ein Jahr für KLM, Air France, Delta Air oer Virgin gültig, aber seinerseits nicht erstattungsfähig.

#3 Was ist mit der Unterkunft?

Der Flug macht bei einer Fernreise nur ein Teil der Kosten aus. „Eine individuell gebuchte Unterkunft brauchen Sie nach deutschem Recht dann nicht zu bezahlen, wenn Sie sie nicht nutzen können. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Unterkunft in einem Sperrgebiet liegt und nicht erreichbar ist“, teilen die Verbraucherzentralen mit. Wenn die Unterkunft allerdings direkt bei einem Eigentümer im Ausland gebucht worden sei, gelte das Recht des Landes, in dem die Unterkunft liege.

Airbnb informierte am 15. März: „Wenn du in eine Region reist, für die Reisebeschränkungen gelten, oder aus einer solchen Region anreist, hast du möglicherweise Anspruch auf eine vollständige Rückerstattung im Rahmen unserer Richtlinien für besondere Umstände. Diese haben wir inzwischen auf zahlreiche weitere Länder und Regionen ausgeweitet.“ In der Richtlinie heißt es unter anderem: „Bestehende Buchungen für Unterkünfte und Entdeckungen auf Airbnb mit einem Check-in-Datum am oder vor dem 14. April 2020 und mindestens einer Übernachtung zwischen dem 14. März 2020 und dem 14. April 2020 sind abgedeckt. Das bedeutet, dass Gäste, die eine Buchung stornieren, eine vollständige Rückerstattung erhalten, Gastgeber kostenlos und ohne Auswirkungen auf ihren Superhost-Status stornieren können und Airbnb alle Servicegebühren erstattet.“

#4 Gibt es weitere Entschädigungen?

Möglicherweise stehen Reienden bei der Annullierung eines Fluges zusätzlich Entschädigungszahlungen nach der Fluggastrechteverordnung zu. Das hängt laut den Verbraucherzentralen davon ab, ob sich das Flugunternehmen seinerseits auf außergewöhnliche Umstände berufen kann. „Da das pauschal schwer zu beurteilen ist, empfiehlt es sich, einen entsprechenden Antrag zu stellen.“ Die Verbraucherschützer verweisen hier auf ihre Flugärger-App. „Mit der Entschädigungszahlung könnten gegebenenfalls die Schäden durch bereits gebuchte Reiseleistungen wie Hotel, Ausflüge oder Mietwagen abgedeckt werden, die Sie nicht wegen höherer Gewalt kostenfrei stornieren können“, so die Experten.