ExklusivEU erwägt „Payment for Order Flow“-Verbot

Trade Republic gehört zu den bekanntesten BrokernIMAGO / Political-Moments


Die EU-Kommission scheint tatsächlich gewillt, die sogenannten „Payment for Order Flow“-Zahlungen im Retail-Brokerage zu verbieten – was die wichtigste Ertragsquelle unter anderem des deutsche Vorzeige-Fintechs Trade Republic versiegen lassen würde. In einem Finanz-Szene.de und Finance Forward vorliegenden Entwurf zur Reform der Europäischen Finanzmarktverordnung (Mifir) heißt es wörtlich: „The following Article 39a is inserted: ‘Ban on payment for forwarding client orders for execution: Investment firms acting on behalf of clients shall not receive any fee or commission or non-monetary benefits from any third party for forwarding client orders to such third party for their execution.“ Frei übersetzt: Die Annahme von Provisionen von Drittparteien bei der Weitergabe von Wertpapierordern ist zukünftig untersagt.

Die Formulierung gleicht einer Sensation. Zwar hatte „Bloomberg“ vergangene Woche unter Berufung auf „mit dem Vorgang vertrauten Personen“ bereits über ein mögliches Verbot berichtet. Etliche Beobachter gingen allerdings bislang davon aus, dass sich die EU-Kommission darauf beschränken würde, mit ihrer Verordnung für größere Transparenz bei den Marktdaten zu sorgen (im Fachjargon ist in diesem Zusammenhang von „Consolidated Tape“ die Rede).

Stattdessen holt Brüssel nun die ganz große Keule raus – jedenfalls, wenn es die Formulierungen zum „Payment for Order-Flow“-Verbot tatsächlich in die finale Fassung des Mifir-Entwurfs schaffen sollte.

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