UnternehmenBosch und Continental sind die weltgrößten Autozulieferer

Bosch ist der weltweit größte Autozulieferer
Bosch ist der weltweit größte Autozuliefererdpa

Wer dieser Tage etwas über den Handelskrieg liest, wird immer einen Hinweis auf die Verwundbarkeit von globalen Handelsketten bekommen  – da vor allem im Hinblick auf die Autobauer und damit natürlich auch auf die Zulieferer. Das gleiche gilt für den Boom der vergangenen Jahre: Rekordgewinne bei den Autobauern – und ihren Zuliefern. Dieses Bild spiegelt auch die neue Studie der auf die Branche spezialisierten Beratung Berylls, die zum siebten Mal die Umsätze der 100 größten Autozulieferer untersucht hat. Darunter sind 18 deutsche Unternehmen vertreten. Sie konnten ihre Umsätze gegenüber 2016 steigern, um 7,5 Prozent. Insgesamt wuchsen die Top 100, beeinflusst durch Währungseffekte, um nur 1,1 Prozent – der Gesamtumsatz betrug 2017 835 Mrd. Euro.

Bosch (Umsatz 2017: 47,4 Mrd. Euro, +7,8 Prozent) und Continental (44 Mrd. Euro, +8,5 Prozent) konnten ihre Spitzenposition verteidigen. Dahinter folgt der japanische Zulieferer Denso, auf Platz vier erneut ein deutsches Unternehmen: ZF Friedrichshafen (Umsatz 2017: 33,5 Mrd. Euro). Mit Mahle, dem Stuttgarter Hersteller von Kolben, Zylindern und Ventilsteuerungen, kommt der nächste Vertreter aus Deutschland auf Platz 16.

Erstmals sind vier chinesische Zulieferer unter den Top 100 vertreten, zwei sind Novizen und klettern über die notwendige Schwelle von 2,6 Mrd. Euro: Der größte Zulieferer aus China ist Weichai Power (Umsatz 2017: 11,9 Mrd. Euro),  das 2013 mit dem Einstieg beim Gabelstaplerhersteller Kion für Schlagzeilen sorgte. Mit einem Umsatzwachstum von 68 Prozent – dank eines starken Heimatmarktes und staatlichen Förderprogrammen – ist es auch der Wachstumschampion in der Studie. Gefolgt übrigens von einem deutschen Unternehmen, der Freudenberg-Gruppe, die allerdings auch dank der vollen Konsolidierung ihrer Tochter Vibracoustic um 40 Prozent zulegt.

Die Profitabilität der deutschen Zulieferer ist leicht auf 9,8 Prozent geklettert – nur die US-Unternehmen sind im Schnitt mit 10,2 Prozent noch profitabler. Deutlich schwächer schnitten in der Studie die Südkoreaner ab, bei denen bei mehr als der Hälfte die Umsätze zurückgingen. „Signifikante Wechselkurseffekte“, so die Experten von Berylls „beeinflussen in der diesjährigen Studie der Top 100 das Bild“: Der Euro habe gegenüber allen anderen Währungen zum Stichtag Ende 2017 deutlich an Wert gewonnen. Da die Studie die Umsätze in Euro umrechnet, „überlagern diese Wechselkurseffekte also teilweise vorhandene Umsatzsteigerungen der Unternehmen in lokaler Währung“.

Die Branche kann auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückschauen. Weltweit wurden 94,5 Millionen Autos produziert, so viel wie nie zuvor (2016 waren es 92,2 Millionen, 2015 noch 88,2 Millionen). „Die Kassen vieler Unternehmen sind nach vielen guten konjunkturellen Jahren prall gefüllt“, so die Experten von Berylls. Gleichzeitig ist die Branche durch mehrere Zukunftsthemen parallel herausgefordert. „Zunehmend entscheiden Kompetenzen auf den Feldern Connectivity, autonomes Fahren, Big Data, Shared Mobility und der Elektrifizierung der Mobilität über den Erfolg der Autoindustrie.“