InternetSo verändert Corona das Verhalten im Internet

Soziale Medien bieten in der Corona-Krise Informationen, aber auch Zerstreuung. Die weltweite Nutzung dieser Dienste hat während der Covid-19-Pandemie stark zugenommen. Das berichteten die Social-Media-Experten von Hootsuite und We Are Social in einem Update ihres Jahresberichts „Digital 2020“. Am stärksten stieg demnach die Nachfrage unter jungen Internetnutzern zwischen 16 und 24 Jahren.

Von ihnen gaben 58 Prozent an, in den vergangenen Wochen häufiger soziale Medien genutzt zu haben, hieß es unter Berufung auf eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens GlobalWebIndex in 17 Ländern, darunter die USA, China, Japan, Brasilien und Deutschland. Selbst in der Gruppe mit dem schwächsten Wachstum – Menschen zwischen 55 und 64 Jahren – nutzte demnach fast jeder Dritte (32 Prozent) häufiger soziale Medien. Von dem Corona-Boom profitierte insbesondere TikTok. Es war den Angaben zufolge im März die am häufigsten heruntergeladene mobile App. Facebook lag auf dem dritten Platz, Instagram belegte Rang fünf.

Viele Menschen haben in der Corona-Krise verstärkt über Online-Dienste Kontakt zu Freunden, Verwandten und Kollegen gehalten. WhatsApp und Facebook Messenger kamen in der Download-Rangliste für März laut Hootsuite und We Are Social auf die Plätze zwei und vier. Das Videkonferenz-Tool Zoom belegte den sechsten Platz. Die Netflix-App wurde auf Rang zehn geführt.

Online-Shopping in Corona-Zeiten

Soziale Distanz funktioniert am besten beim Online-Shopping. E-Commerce hat weltweit einen enormen Schub erlebt. 47 Prozent der Teilnehmer der GlobalWebIndex-Umfrage gaben an, mehr Zeit mit Online-Shopping zu verbringen. Am höchsten fiel der Zuwachs mit 67 Prozent in China aus. Es folgten Singapur (46 Prozent) und die USA (41 Prozent). Deutschland und das Vereinigte Königreich kamen auf jeweils 37 Prozent. Schlusslicht war Neuseeland mit 15 Prozent.

Die Liste der beliebtesten Produkte wurde angeführt von Lebensmitteln, Haushaltswaren, Pflegeprodukten und Kleidung. Websites von Supermärkten verzeichneten dem Bericht zufolge Mitte Mai mehr als dreimal so hohe Zugriffszahlen (plus 251 Prozent) wie zu Anfang des Jahres. „Verlierer des Rankings sind mit einem Minus von 72 Prozent Tourismus-Websites“, hieß es.