CoronavirusCorona-App: Reicht Warnung für Krankschreibung?

Die Corona-Warn-App wird gut angenommen. An den ersten beiden Tagen verzeichnete die Anwendung laut ZDF mehr als acht Millionen Downloads. Die Bundesregierung bewirbt das Programm als wichtigen Helfer, um Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Hat sich ein Nutzer mit Covid-19 infiziert, kann er das in der App des Robert Koch Instituts eingeben. Um Missbrauch zu vermeiden, muss die Erkrankung mit einem vom Arzt oder dem Testlabor übermittelten QR-Code bestätigt werden. Wer sich in den vergangenen 14 Tagen in der Nähe des Infizierten aufgehalten hat, wird von der App informiert. Nutzer könnten sich nun fragen: „Reicht die Warnung ‚Erhöhtes Risiko‘ als Krankschreibung oder als Anordnung der Quarantäne?“ Die Bundesregierung hat dazu eine klare Antwort.

Corona-App: Warnung gleich Krankschreibung?

„Die alleinige Warnung durch die App ist hierfür nicht ausreichend“, informiert die Bundesregierung. Stelle die App ein erhöhtes Risiko fest, werde dem Nutzer geraten, „sich, wenn möglich, nach Hause zu begeben beziehungsweise zu Hause zu bleiben sowie mit seinem Hausarzt, dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder dem Gesundheitsamt Kontakt aufzunehmen und dort das weitere Vorgehen abzustimmen“.

„Wenn Sie positiv auf Corona getestet werden, können Sie eine Krankschreibung erhalten und haben Anspruch auf Lohnfortzahlung“, heißt es weiter. „Ordnet das Gesundheitsamt eine Quarantäne für Sie an, zahlt Ihr Arbeitgeber Ihr Gehalt weiter. Ihr Arbeitgeber wird dafür wiederum vom Gesundheitsamt entschädigt.“

Krankschreibung bis zum Corona-Testergebnis

Aber was ist mit der Zeit, bis das Testergebnis vorliegt? „Wenn Sie Krankheitssymptome aufweisen, wie zum Beispiel starken Husten oder Fieber, kann Ihr Arzt Sie krankschreiben“, heißt es bei der DAK. Bis zum Testergebnis werde in der Regel eine Krankmeldung wegen eines grippalen Infekts ausgestellt. Ohne Symptome sei dies jedoch nicht möglich. Das gilt laut der Krankenkasse sogar dann, wenn der Corona-Test positiv ausfällt, der Infizierte aber keine Zeichen einer Erkrankung zeigt.

„Das macht jedoch nichts. Denn: Sobald Sie sich in einer vom Gesundheitsamt angeordneten Quarantäne aufgrund des Coronavirus befinden, greift das Infektionsschutzgesetz“, informiert die DAK. „Dieses garantiert, dass Sie Ihren Lohn trotz fehlender Krankschreibung weiterhin erhalten. Reichen Sie lediglich den behördlichen Bescheid über die Anordnung der Quarantäne bei Ihrem Arbeitgeber ein.“

Bei Corona-Verdachtsfällen war es vorübergehend möglich, sich telefonisch krankschreiben zu lassen. Diese Sonderregelung ist Ende Mai ausgelaufen. Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen müssen seit 1. Juni wieder persönlich beim Arzt eingeholt werden.