Corona-Warn-AppSo läuft es in anderen Ländern mit der Tracing-App

Eine einheitliche App gibt es in China nicht, je nach Stadt oder Provinz kommen verschiedene Plattformen zum Einsatz
Eine einheitliche Tracing-App gibt es in China nicht, je nach Stadt oder Provinz kommen verschiedene Plattformen zum Einsatz. Zentral ist für Nutzer dabei ein QR-Code, der an Kontrollpunkten wie vor Einrichtungen und Bahnhöfen gescannt werden muss. Der Code enthält dabei entweder die Farbe Rot, Gelb oder Grün für das Infektionsrisiko – basierend auf den Angaben der Nutzer. Bei Grün können sich Nutzer frei bewegen, bei Gelb ist eine Woche, bei rot zwei Wochen Selbstquarantäne nötig. Erstellt wird der Code unter anderem bei einigen Bezahldiensten wie Alipay, die Namen, Adresse und Ausweisnummer abfragen. Dazu greift die App auch auf weitere Daten darunter kürzlich unternommene Reisen oder das soziale Umfeld zurück, heißt es laut staatlichen Angaben.imago images / UPI Photo

Wochenlang hat die offizielle Corona-Warn-App auf sich warten lassen, seit Dienstag ist sie offiziell auf dem Markt. Einen Tag nach ihrer Vorstellung, spricht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bereits von einem „starken Start“. Knapp 6,5 Millionen Downloads zählte sein Ministerium bis Mittwochmorgen.

Über Bluetooth misst die App, ob sich mehrere Smartphone-Nutzer über einen längeren Zeitraum näher als etwa zwei Meter kommen. Die Daten speichert die App auf dem Handy. Infiziert sich einer der Nutzer mit dem Coronavirus und teilt das über die App, informiert sie alle Kontaktpersonen, die sich in der Nähe des Erkrankten aufhalten.

International gehört Deutschland damit auch offiziell zum Club der Länder mit eigener Tracing-App. Weltweit setzen rund 40 Staaten auf die digitale Anwendung, um Infektionsketten nachzuverfolgen. Deutschland zählt mit dem Starttermin Mitte Juni zu den Spätzündern – und ist damit nicht allein. Auch in Großbritannien und in der Schweiz steckt die offizielle Tracing-App noch in der Testphase. In der Schweiz könnte die Corona-Warn-App Ende Juni an den Start gehen. Die dafür nötige Gesetzesänderung wurde bereits Anfang Juni beschlossen.

Die norwegische App „Smittestopp“ liegt dagegen vorerst auf Eis. Grund sind Datenschutz-Bedenken. Das nationale Gesundheitsinstitut kündigte am Dienstag an, „Smittestopp“ solle keine Daten mehr einsammeln. Neben Norwegen ernteten auch die Emirate Bahrain und Kuwait zuletzt Kritik für den Datenschutz ihrer Apps. In einem Vergleich verschiedener Tracing-Apps kritisierte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International die drei Länder für die Verletzung der Privatsphäre und des Datenschutzes der App-Nutzer.

Auch andere Länder ziehen mittlerweile erste Bilanzen über den Erfolg ihrer eigenen Tracing-Apps. Capital zeigt eine Auswahl.

Diese Länder haben die Corona-Warn-App schon