ThemaWM motiviert Arbeitslose

Großereignisse des Fußballs wie Welt- oder Europameisterschaften steigern die Bereitschaft von Arbeitslosen, wieder einen Job anzunehmen oder sich auf die Suche danach zu machen. In einer Studie auf Grundlage des seit 30 Jahren erhobenen Sozioökonomischen Panels (SOEP) werteten die Ökonomen Philipp Doerrenberg und Sebastian Siegloch die Antworten von deutschen Erwerbslosen in Jahren aus, in denen eine EM oder WM stattfanden – und verglichen sie mit turnierfreien Jahren.

Das Ergebnis: „Teilnehmer, die nach einem Turnier befragt wurden, hatten eine gesteigerte Motivation zu arbeiten.“ Darüber hinaus fühlten sich die Betreffenden sogar persönlich gesünder und machten sich weniger Sorgen über die wirtschaftliche Gesamtlage.

Kein flüchtiger Effekt

Internationale Fußballturniere hätten Einfluss auf die Bereitschaft „einer arbeitslosen Person zu arbeiten oder weiter nach einer Stelle zu suchen“, schreiben die Autoren. Unklar sei jedoch, wie lange dieser Effekt anhalte. Allerdings wiesen die Ergebnisse der zu unterschiedlichen Zeitpunkten geführten Gespräche darauf hin, dass der Motivationsschub nicht nur flüchtig ist. Die Studie schließt Arbeitslose aus, die während eines Turniers befragt wurden, um kurzfristige Euphorieschübe aus der Betrachtung herauszuhalten.

Im Sozioökonomischen Panel wird seit 1984 jedes Jahr eine representative Zahl von Haushalten zu wiederkehrenden Themen befragt. Die Studie Doerrenbergs und Sieglochs wurde bereits in der ökonomischen Fachzeitschrift „Economics Letters“ veröffentlicht.