FachkräftemangelWie Unternehmen trotzdem Mitarbeiter finden

Ein Besucher der Jobmesse Hamburg läuft in der Ausstellungshalle am Kreuzfahrtterminal in Altona zwischen den Ständen entlang.
Ein Besucher der Jobmesse Hamburg läuft in der Ausstellungshalle am Kreuzfahrtterminal in Altona zwischen den Ständen entlang. dpa

Durch den demografischen Wandel und die anhaltend niedrige Geburtenrate haben immer mehr Unternehmen Schwierigkeiten, passende Fachkräfte zu finden. In einer Studie der Jobbörse Indeed, der Zeitschrift Personalwirtschaft und des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) gaben 92 Prozent von 420 befragten Firmen an, vom Fachkräftemangel betroffen zu sein. 41 Prozent bezeichneten diesen als dringlich oder existenziell für den Betrieb. Besonders häufig suchen Unternehmen im Bereich der IT-Dienstleistungen (29 Prozent), vor allem Entwickler und Programmierer.

Die Studie mit dem Titel „Wie Unternehmen trotz Fachkräftemangel Mitarbeiter finden“ zeigt neben der Erfassung des Ist-Zustandes auf, was Betriebe tun, um am Markt knappe Talente aufzutun und für sich zu gewinnen. Hier sind die 7 häufigsten Aktivitäten:

  • Fast acht von zehn Unternehmen (79 Prozent) setzen auf kostenpflichtige Onlinestellenanzeigen.
  • Sechs von zehn (60 Prozent) nutzen den Besuch von oder die Beteiligung an Zielgruppenveranstaltungen wie Jobmessen oder Recruiting-Events.
  • 52 Prozent sprechen interessante Kandidaten direkt an, ebenso viele schalten Headhunter oder Personalberater fürs Recruiting ein.
  • Die Hälfte der Unternehmen kooperiert für das Recruiting mit Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen.
  • Ebenfalls 50 Prozent arbeiten mit Mitarbeiterempfehlungsprogrammen mit Anreizen.
  • 46 Prozent benennen Jobtitel um, um für die Zielgruppe attraktiver zu klingen.
  • 36 Prozent betreiben zielgruppengenaues Social-Media-Marketing.

Darüber hinaus hat mehr als die Hälfte der Firmen (54 Prozent) die Zahl der Mitarbeiter, die sich hauptsächlich mit Personalgewinnung befassen, in den vergangenen drei Jahren erhöht. Und während Angebote zur Work-Life-Balance nur bei 21 Prozent aller Unternehmen zum Standard gehören, halten 56 Prozent diese indes für Engpass-Talente bereit.

Ähnlich sieht es bei monetären Anreizen aus: Diese werden standardmäßig nur 14 Prozent der Mitarbeiter angeboten – aber 53 Prozent der besonders gesuchten Fachkräfte. Auch offerieren knapp die Hälfte der Firmen stark gefragten Mitarbeitern Hilfe beim Umzug, während diese Leistung sonst nur bei fünf Prozent der Unternehmen zum Standard gehört.