Prokrastination Was Sie gegen die Aufschieberitis im Job unternehmen können

Symbolbild Berufsleben
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© dpa
Schnell noch eine private E-Mail beantworten, Ordnung auf den Schreibtisch bringen und ein Softwareupdate aufspielen: Irgendwas gibt es angeblich immer zu tun. So schaffen Sie es, zielstrebiger zu arbeiten

Ablenkung lauert an jeder Ecke – und die zunehmende Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice hat das Problem nicht kleiner gemacht. Hier kommen noch die privaten Fallen hinzu, die den Start der beruflichen Arbeit immer wieder nach hinten schieben können: erst die Spülmaschine ausräumen, einmal durch die Wohnung saugen oder die Wäsche aufhängen. Ist der Haushalt erledigt, locken auch schon die unterschiedlichsten Ablenkungen am Rechner und Smartphone.

Mal geht es darum, ungeliebte Aufgaben so lange wie möglich zu verdrängen, mal setzt man darauf, erst unter Zeitdruck zur Höchstform aufzulaufen. Doch was auch immer der Grund für das Aufschieben ist: Am Ende des Arbeitstages steht meist die frustrierende Erkenntnis, mal wieder nicht das geschafft zu haben, was man sich vorgenommen hatte. Tipps, wie es gelingt, Dinge heute statt morgen abzuhaken, gibt es vermutlich Dutzende – hier ist eine Auswahl von 5 Empfehlungen.

#1 Prioritäten setzen und planen

Gerade wenn im Job viel ansteht und man glaubt, den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen, sollte man sich einen Moment zurücklehnen und Prioritäten definieren. Das klingt zwar fast banal, tatsächlich fällt es Menschen aber oft schwer, zu erkennen, was als erstes abgearbeitet werden sollte. Mit einer klaren Struktur vor Augen erscheinen viele Projekte jedoch überschaubarer und dadurch auch besser machbar – und das Gefühl, sich drücken zu wollen, nimmt von allein ab.

#2 Aufgaben in kleine Schritte aufteilen

Mit diesem Mehr an Gelassenheit als Basis können Sie größere Projekte weiter in kleinere Schritte zerlegen. Teilen Sie sich Ihr Pensum so ein, dass es an einem Arbeitstag zu schaffen ist und Sie den Schreibtisch am Abend ohne das Gefühl verlassen, schon wieder hinterherzuhinken. Alles abgearbeitet zu haben, ist dagegen ein kleines Erfolgserlebnis, das dabei hilft, am nächsten Tag mit Elan in die Fortsetzung zu starten – ohne Ablenkung. Hilfreich ist es auch, das Multitasking zu reduzieren und Aufgaben separat statt im Bündel zu bearbeiten.

#3 Nicht mit To-do-Listen verzetteln

Oft kann es zwar hilfreich sein, sich seine anstehenden Tätigkeiten schriftlich zu notieren und somit nochmal klarer zu strukturieren. Fans von To-do-Listen betreiben diese aber schnell exzessiv und haben etwa gleich mehrere davon: eine in einer Orga-Software auf dem Rechner, eine andere in den Handy-Notizen, eine weitere als E-Mail an sich selbst – und am PC dann noch den guten alten gelben Klebezettel. Schon das Aktualisieren dieser Listen macht dann so viel Arbeit, dass Sie blitzschnell wieder in alten Mustern der Prokrastination landen. Zwingen Sie sich, sich für eine Form der Gedankenstütze zu entscheiden.

#4 Unangenehmes als erstes erledigen

Ab und zu passiert es tatsächlich, dass sich Dinge allein durch Aussitzen von selbst erledigen. Darauf lässt sich aber leider nicht bauen. Haken Sie das, wovor Ihnen am meisten graut, als Erstes ab. Manche Menschen sind auch gut darin, für ungeliebte Aufgaben in einen Modus aus Abschalten und Verdrängen zu schalten: Sobald es also nicht um eine Tätigkeit geht, die maximale Konzentration erfordert, versuchen Sie es einfach mal mit stumpfem Abarbeiten. Oder suchen Sie sich für den Job die Tageszeit aus, in der Sie erfahrungsgemäß am effizientesten sind, damit Sie schnell einen Haken dran machen können. Überlegen Sie sich als weiteren Anreiz eine kleine Belohnung, die mit Erledigen der unangenehmen Tätigkeit auf Sie wartet.

#5 Digital offline gehen

Ebenfalls hilfreich kann es sein, einfach mal den Stecker zu ziehen. Dazu gehört als erstes, das Smartphone auszuschalten oder es zumindest außer Sicht- und Reichweite zu legen. Tatsächlich muss man meistens auch nicht für alle Tätigkeiten am Rechner online gehen. Arbeiten Sie zum Beispiel nur an einem Text, welcher Art auch immer, kappen Sie für diese Zeit die Verbindung zum Internet. So werden Sie mal für wenige Stunden nicht von eingehenden E-Mails immer wieder abgelenkt.

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