ArbeitsplatzSo viele Deutsche werden im Job gemobbt

Symbolbild Mobbing
Symbolbild MobbingGetty Images

Mobbing ist nicht von ungefähr wortverwandt mit Pöbel und Mafia. Wer Kollegen wie Dreck behandelt, um Konkurrenten auszuschalten oder von der eigenen erbärmlichen Persönlichkeit abzulenken, müsste eigentlich mit hohem Bogen aus der Firma fliegen. Leider hapert es oft sowohl an Schuldbewusstsein als auch bei der Verfolgung der Täter. Eine neue Erhebung zeigt: Mobbing am Arbeitsplatz ist in Deutschland weit verbreitet. Mehr als 60 Prozent der Bundesbürger haben demnach Erfahrung mit den Schikanen gemacht – wenn auch nicht immer als Opfer.

Jeder Vierte wurde von aktuellen Kollegen gemobbt

Das Meinungsforschungsinstitut OnePoll befragte im Auftrag des Büroherstellers Viking 1000 Arbeitnehmer in Deutschland. Die repräsentative Umfrage ergab demnach: Fast jeder Vierte (24 Prozent) ist am aktuellen Arbeitsplatz selbst gemobbt worden. 37 Prozent der Teilnehmer gaben an, schon einmal Zeuge von Mobbing gewesen zu sein. Am Ende will es aber niemand gewesen sein. Nur fünf Prozent der Frauen und sechs Prozent der Männer gaben zu, Kollegen gemobbt zu haben.

Der Anteil der Mobbingopfer war unter den Geschlechtern nahezu identisch. Anders sah es bei der Verteilung der Betroffenen in den Altersgruppen aus. So sahen sich den Angaben zufolge Millennials über doppelt so häufig als Opfer von Mobbing, als dies bei Kollegen über 55 Jahren der Fall war. Womöglich spielt hier aber auch eine ausgeprägtere Sensibilität für das Thema eine Rolle.

Chefs sind schlecht auf Mobbing vorbereitet

Viele Beschäftigte sehen den Arbeitsplatz mitnichten als sicheren Ort an. Fast jeder Dritte (30 Prozent) fand, dass Mobbing am Arbeitsplatz von Arbeitgebern nicht ernst genug genommen wird. Die Hälfte der Befragten glaubte, dass Kollegen in Zukunft mit Mobbing durchkommen würden. Diese traurige Ansicht teilten sogar etliche Vorgesetzte und CEOs.

Die Führungskräfte übten durchaus Selbstkritik. Nur jeder sechste Manager war davon überzeugt, Mobbing überhaupt erkennen zu können. Das liegt auch an mangelnder Sensibilisierung und Aufklärung. Nur etwa jede vierte Führungskraft (27 Prozent) hatte bereits ein spezielles Training zum Thema angeboten bekommen.