ManagementSo sorgen Chefs für Harmonie im Großraumbüro

Großraumbüro
Symbolbild: GroßraumbüroGetty Images

Kollegen sucht man sich selten aus und ist ihnen doch oft näher als engen Verwandten. Wer hat gestern Knoblauch gegessen, hört gern ohrenbetäubend laut Helene Fischer oder hat gerade eine Affäre? Das alle Sinne in Beschlag nehmende Großraumbüro macht uns oft zum unwilligen Mitwisser. Unterschiedliche Hygienestandards in Bad und Küche sorgen zusätzlich für Konfliktpotenzial. Passiv-aggressive Zettel am Kühlschrank sind da nur das erste Warnzeichen für Chefs, dass der Teamgeist aus der Balance gerät. Dabei können sie mit simplen Methoden das Dasein im Großraumbüro angenehmer gestalten.

Tipp 1: Guter Putzdienst

Beste Lage, hippe Ausstattung – doch beim Reinigungsdienst gilt oft die Maxime „so billig wie möglich“. Hier sparen Chefs wirklich am falschen Ende. Denn die Leistung entspricht meist dem Preis. Staubige Schreibtische, speckige Mülleimer und immer wieder kein Klopapier nerven Mitarbeiter schnell zu Recht. Mal ganz abgesehen davon, welchen Eindruck Gäste von solchen Räumlichkeiten bekommen: Der Zustand des Großraumbüros spiegelt für die Angestellten immer auch den Zustand des Unternehmens als Ganzes.

Tipp 2: Jemand hat den Hut auf

Spülmaschinendienst und „Jeder räumt seinen Kram selber weg“: In einem Start-up mit familiärer Atmosphäre funktioniert das Prinzip noch wunderbar. Früher oder später ist in einem wachsenden Unternehmen aber der kritische Punkt überschritten, da sich das Gros der Mitarbeiter schlagartig wieder in unmündige Hotel-Mama-Bewohner zurückentwickelt. Wer nicht jede Woche eine Ansprache zur Reinlichkeit halten will, sollte den Herdentrieb akzeptieren und selbst nach Lösungen suchen.

Ob Office Manager, Assistenz der Geschäftsführung oder am besten eine täglich für einige Stunden gebuchte Hilfskraft: Jemand im Büro sollte immer für Küche und Bad zuständig sein. Womöglich geht es dann sogar wieder gesitteter zu, weil die Mitarbeiter wissen, wem sie da gerade das Leben schwerer machen.

Tipp 3: Rückzugsräume schaffen

Viele Lärmquellen kann man selber abstellen, wenn man sich denn traut, den Mund aufzumachen. Der Kollege mit den Kopfhörern weiß vermutlich gar nicht, dass er das halbe Großraumbüro mit seiner Musik beschallt. Und lautstarke Privatgespräche sollten eh nur in der Küche stattfinden. Es liegt aber in der Natur des Großraumbüros, dass hier Menschen mit unterschiedlichen Aufgaben nebeneinander sitzen. Während einer konzentriert arbeiten muss, steht bei dem anderen eine lange Telefonkonferenz an. Gute Chefs investieren schon aus Eigeninteresse in Rückzugsräume.

Mindestens ein Konferenzraum für Besprechungen oder wenigstens eine schallisolierte Telefonzelle sollten im Großraumbüro zur Verfügung stehen – bitte immer mit Computer, damit der Mitarbeiter auch Zugriff auf alle nötigen Unterlagen und Infos hat. Andernfalls muss er doch wieder am eigenen Arbeitsplatz die Kollegen nerven.

Eine harmonische Atmosphäre im Großraumbüro ist nicht zu Ramschpreisen zu bekommen. Die Investitionen zahlen sich aber durch entspanntere, zufriedenere und dadurch produktivere Mitarbeiter aus.