WochenrückblickÖlpreis - von ganz unten nach…?

Ölpreis: schrumpfende Lagerbestände

Ölpumpe
Mit den Ölpreisen geht es seit Januar wieder bergauf

Lange Zeit kannte der Ölpreis nur eine Richtung nach unten. Doch seit Januar bewegt er sich langsam wieder in die entgegengesetzte Richtung. Am Donnerstag kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent kurzzeitig wieder etwas mehr als 50 Dollar. Danach rutschte der Preis aber wieder unter die 50-Dollar-Marke.

Erklärt wird die Trendwende mit der sinkenden Fördermenge in den USA. Wegen des niedrigen Ölpreises mussten viele amerikanische Ölfirmen ihre Produktion drosseln oder einstellen. Die Förderung durch die teure Fracking-Methode lohnt sich schlicht für viele Unternehmen nicht mehr.

Brent Crude Rohöl ICE Rolling Rohstoff

Brent Crude Rohöl ICE Rolling Rohstoff Chart

Nach Angaben des US-Energieministeriums sind die Ölreserven des Landes im Laufe der Woche um vier Billionen Barrel geschrumpft. Doch nicht nur in den USA sinken die Lagerbestände. Wegen der hohen Nachfrage aus China, Indien und anderen Schwellenländern geht die Internationale Energieagentur davon aus, dass auch das Überangebot an Öl auf dem Weltmarkt schneller verschwinden wird als gedacht.

Geht es also wieder stabil aufwärts mit dem Ölpreis? Es gibt einige Argumente, die dagegen sprechen: Das ist zum einen die Förderpolitik der Organisation erdölexportierender Staaten mit Saudi-Arabien an der Spitze. Die Saudis haben ein Interesse an niedrigen Preisen, um die US-Frackingindustrie aus dem Markt zu drängen. Mehrere Anläufe einiger Opec-Länder und Russlands, die Förderung zu drosseln, sind gescheitert.

Andere Ölmarktexperten machen kurzfristige Effekte für den Preisanstieg und die Verringerung der Lagerbestände verantwortlich. Wegen der Waldbrände in Kanada hätte dort die Förderung eingeschränkt werden müssen.

An den Börsen werden die Nachrichten vom Ölmarkt mit Wohlwollen aufgenommen. Höhere Preise gelten als Hinweis auf eine steigende Nachfrage, was wiederum auf ein Anziehen der Weltkonjunktur hindeuten könnte. Das stützt die Aktienmärkte.

Bayer: Monsanto will den Preis treiben

Bayer Kreuz
Der Bayer-Konzern hält an seinem Übernahmeangebot für Monsanto fest – Foto: Bayer AG

Der Übernahmepoker zwischen Bayer und Monsanto geht in eine neue Runde. Die erste Karte hat der US-Saatguthersteller ausgespielt, in dem er die Offerte des deutschen Unternehmens zurückwies. Bayer will 62 Mrd. Dollar für den umstrittenen Agro-Chemiekonzern zahlen. Nach Ansicht Monsantos ist das Angebot „unvollständig“ und „finanziell unzureichend“. Sein Unternehmen werde mit der Bayer-Offerte erheblich unterbewertet, sagte Konzernchef Hugh Grant.

Mit der Absage ist die Übernahme aber nicht geplatzt. Analysten und Marktteilnehmer gehen vielmehr davon aus, dass Monsanto den Preis hochtreiben will. Für Bayer würde der Deal, wenn er denn zustande kommt, also noch teurer. Das belastete die Aktie des Dax-Konzerns in dieser Woche: Der Kurs fiel unter die Marke von 86 Euro, nachdem er sich zwischenzeitlich erholt hatte.

In der Bayer-Vorstandsetage wurden die positiven Aspekte der Monsanto-Stellungnahme betont. „Wir freuen uns, dass der Verwaltungsrat von Monsanto unsere Überzeugung von den erheblichen Vorteilen einer integrierten Strategie für Landwirte und die Gesellschaft insgesamt teilt“, sagte Bayer-Chef Werner Baumann. „Wir sind zuversichtlich, dass wir alle Fragen zur Finanzierung und zu regulatorischen Aspekten im Zusammenhang mit der Transaktion klären können. Es ist weiterhin unser Ziel, diese für beide Seiten überzeugende Transaktion gemeinsam zum Abschluss zu bringen.“

Griechenland: Neues Kapitel im Rettungsdrama

Griechenlands Finanzminister Tsakalotos
Griechenlands Finanzminister Tsakalotos sieht die Voraussetzung für neues Wachstum geschaffen – Foto: European Union

Es ist noch kein Jahr her, da zitterte Europa vor einer drohenden Griechenland-Pleite. Erst nach einem nervenaufreibenden Tauziehen gelang die Rettung. Schon damals war klar, dass die griechischen Finanzprobleme die europäische Politik bald wieder beschäftigen würden. Doch das Schauspiel des vergangenen Jahres mit endlosen Krisensitzungen und einem lederbejacktem griechischen Finanzminister in der Schurkenrolle wurde nicht wieder zur Aufführung gebracht.

Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem konnte am 25. Mai nach einer elfstündigen Sitzung der Euro-Finanzminister Vollzug melden:

Laut der Vereinbarung erhält Griechenland 10,3 Mrd. Euro in zwei Tranchen aus dem Euro-Rettungsschirm ESM. Die ersten 7,5 Mrd. Euro könnten bereits im Juni nach Athen überwiesen werden, wenn die nationalen Parlamente zustimmen.

Für die Bundesregierung war es wichtig, dass der Internationale Währungsfonds an Bord bleibt. Das ist zunächst gelungen. Allerdings mussten die Euro-Länder dafür auf die IWF-Forderung nach Schuldenerleichterungen für Griechenland eingehen. Es wird jedoch erst 2018 entschieden, in welchem Umfang die Griechen von ihrer Schuldenlast befreit werden. Der IWF wollte in diesem Punkt schon weit früher Klarheit.

Da liegt also noch viel Zündstoff. Die Prognose, dass Griechenland für weitere schwierige Sitzungen sorgen wird, ist nicht allzu gewagt. Und vielleicht kommt dann ja auch wieder das bekannte Drama zur Aufführung mit neuen Helden und frischen Bösewichtern.