KarriereErfolgreicher werden: Die Macht des „Nein“

Steve Jobs
Steve JobsGetty Images

Wir leben in einem „Ja“-Zeitalter. Das scheinbar so freundliche Wörtchen ist derart allgegenwärtig, dass viele Menschen damit jeden einzelnen Satz beginnen. Ja ist das neue Äh und häufig eben so aussagekräftig. Dem Nein würde das nie passieren. Nein-Sager gelten als unsozial, fortschrittsfeindlich, schlecht gelaunt. Dabei zeigt sich doch fast jeden Tag im Arbeitsleben: Ja ist so viel einfacher als Nein. Denn für das Nein muss man sich erst mal eine eigene Meinung bilden – und den Mut haben, dazu zu stehen.

Mit Nein zum Erfolg

Steve Jobs war ein großer Freund des Abschmetterns. Eine Wahl zu treffen habe nichts mit ja sagen zu tun, betonte der Apple-Mitbegründer 1997 auf einer Entwicklerkonferenz: „Es geht darum, nein zu sagen.“ Ein Nein-Sager brauche eine dicke Haut. „Man muss nein, nein, nein sagen – und damit verärgert man Leute“, räumte Jobs ein. Natürlich verletze das Nein Gefühle: „ Es ist wirklich ein Scheißausdruck. Man will nett sein.“

Aber seiner Ansicht nach hatten zu viele Ja’s Apple in die damalige Krise geritten. Der einst so bahnbrechende Konzern hatte in den 90er Jahren mit vielen Produkten und Projekten den Fokus verloren. Jobs kehrte zum Unternehmen zurück und stellte fest: Die Teile waren besser als das Ganze. Also verordnete er Apple eine schmerzhafte Rosskur und die Konzentration auf das wahre Kerngeschäft.

Bis zum Jahresende hatte Jobs fast 70 Prozent von Apples Produktpalette eliminiert. Dann war es an der Zeit für einen Neuanfang. 1998 veröffentlichte Apple den iMac, 2001 den iPod, 2007 das iPhone. Zu diesen Produkten konnte Jobs mit voller Überzeugung „Ja“ sagen. Aber nur, weil der Weg dorthin mit Neins gepflastert war.