ManagementElon Musks goldene Kommunikationsregeln

Tesla-Chef Elon Musk
Tesla-Chef Elon MuskGetty Images

Elon Musk ist dabei, unsere Zukunft zu verändern. Ob digitales Bezahlen (Paypal), Elektroautos (Tesla), kommerzielle Raumfahrt (SpaceX) oder künstliche Intelligenz, die nicht im „Terminator“-Szenario endet (OpenAI): Der Südafrikaner ist einer der faszinierendsten Unternehmer der Geschichte. Wo Branchen seit Jahrzehnten kaum von der Stelle kamen, sorgte Musk binnen kurzer Zeit für bahnbrechende Innovationen. Zum Glück teilt der Pionier gern seine Schlüssel zum Erfolg. Einer davon: Bestmögliche Kommunikation.

Auch Musk ist nicht vor Rückschlägen gefeit. Er nutzt sie aber, um seine unternehmerischen Grundsätze zu zementieren, anstatt sie über Bord zu werfen. Im Zuge der Produktionsschwierigkeiten bei Tesla schickte Musk im Frühjahr 2018 eine Rundmail an seine Angestellten. Die darin dargelegten Regeln für Meetings haben wir bereits vorgestellt. Noch grundlegender sind aber Musks Vorstellungen, wie effektiver Informationsaustausch funktioniert. Dies sind seine wichtigsten Kommunikationsregeln.

#1 Kurze Wege

Musk ist ein Freund klarer Worte und direkter Ansprachen. Er hält deshalb beim Austausch von Informationen rein gar nichts von einer bürokratischen „Befehlskette“. „Kommunikation sollte den zum Erreichen des Ziels kurzmöglichsten Weg nehmen“, bläute er den Tesla-Angestellten ein – und schickte eine Warnung hinterher: „Jeder Manager, der versucht, eine Kommunikations-Befehlskette zu erzwingen, wird bald woanders arbeiten.“

#2 Information wants to be free

Diesem Leitsatz digitaler Pioniere hat sich auch Musk verschrieben. Er ist ihm so wichtig, dass der direkte Informationsaustausch in gleich zwei Absätzen des Rundschreibens behandelt wird. „Schlechte Kommunikation zwischen Abteilungen ist eine Hauptfehlerquelle“, mahnte Musk. Sein Horrorszenario sieht so aus: Das Anliegen eines Mitarbeiters wird von seinem Vorgesetzten über Abteilungsleiter und VP zu einem zweiten VP via Abteilungsleiter und Manager schließlich zum betreffenden Mitarbeiter weitergeleitet. „Dann werden super dumme Dinge passieren“, warnte Musk.

#3 Kein Insider-Sprech

Apropos klare Worte: Insider-Sprech hat bei Musk keine Chance. Manche Firmen basteln durch Fachbegriffe am eigenen Mythos und halten „Außenseiter“ draußen. Für Musk ist das schlicht dämlich. „Wir wollen nicht, dass Leute ein Wörterbuch auswendig lernen müssen, um bei Tesla zurechtzukommen“, warnte der Chef. Das bedeutet: „Keine Akronyme oder Unsinn-Wörter für Objekte, Software oder Abläufe bei Tesla.“ Eigentlich ist das Ganze laut Musk total simpel: „Generell gilt: Alles, was einer Erklärung bedarf, behindert die Kommuikation.“

#4 Selbstständiges Denken

Musk wünscht sich kluge Angestellte. Das heißt auch, dass die cleverer sein dürfen als das Unternehmen. „Folgen Sie grundsätzlich Ihrem gesunden Menschenverstand“, wünschte sich Musk. Sollte die „Firmenregel“ in einer Situation klar Unsinn sein, müsse sich eben die Regel ändern. Er ermutigte seine Angestellte zudem, sich mit ihren Tipps und Wünschen für ein besseres Arbeitsumfeld an die Firmenleitung zu wenden. Selbstverständlich nannte er in der Rund-Mail gleich den betreffenden Ansprechpartner. Musk weiß: Direkte Kommunikation beginnt immer beim Chef.