ThemaErfolgsrezepte für Präsentationen


Ole Tillmann ist Speaker Coach und Gründer von PEAK einer Agentur für Speaker Coaching und Präsentationsdesign. Er berät Führungskräfte und Start-ups für ihre Präsentationen. Seit 2009 betreut er als Coach und Partner die Sprecher der TEDx-Veranstaltungen in Deutschland. Weitere Informationen gibt es hierOle Tillmann ist Speaker Coach und Gründer von PEAK einer Agentur für Speaker Coaching und Präsentationsdesign. Er berät Führungskräfte und Start-ups für ihre Präsentationen. Seit 2009 betreut er als Coach und Partner die Sprecher der TEDx-Veranstaltungen in Deutschland. Weitere Informationen gibt es hier


Die Rede ist eines der wichtigsten Führungswerkzeuge erfolgreicher Manager. Mit diesen drei Handlungsempfehlungen verankern sie ihre Botschaft wirkungsvoller bei ihrem Publikum und erhöhen die Wahrscheinlichkeit der Handlungsbereitschaft ihrer Zuhörer.

Strategie: Wie bringe ich meine Gedanken auf den Punkt?

Jeder guten Präsentation geht ein präziser Vorbereitungsprozess voraus. Denn öffentliches Reden ist öffentliches Denken. Ihre Aufgabe als Sprechers ist es daher, das eigene Thema von allen möglichen Perspektiven zu be- und durchleuchten und dadurch alle relevanten Bedeutungsebenen zu erfassen. Wer sind ihre Stakeholder? Welche Ziele haben sie? Was wollen sie von ihrem Publikum? Und warum? Was will ihr Publikum von ihnen? Welchen Mehrwert können sie ihrem Publikum mit ihrer Präsentation bieten?

Nur wenn sie ihre eigenen Ziele und die ihrer Zuhörer kennen und klar formulieren, können sie sich mit ihrem Auftritt strategisch positionieren. Das erfordert disziplinierte Denkarbeit und kann Wochen der Vorbereitung für einen 10-Minuten-Auftritt bedeuten. Arbeit, die sich lohnt. Je klarer sie sich mit ihrem Vortrag positionieren, desto stärker wächst ihr Einfluss auf ihr Publikum. Dabei ist es wichtig, dass sie als Sprecher auch der Autor ihrer Präsentation sind. Die Redevorbereitung ist keine Aufgabe, die sie komplett outsourcen sollten!

Neben ihrer strategischen Ausrichtung liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Einfachheit ihrer Darstellung. Ihr Publikum sollte gar nicht erst in die Verlegenheit kommen, etwas nicht auf Anhieb zu verstehen. Sie sollten ihre Zuhörer vielmehr so durch ihre Präsentation führen, dass sie die gesamte Bedeutung ihrer Ideen mühelos erfassen können. Dafür ist es wichtig, dass sie als Sprecher in der Lage sind auch komplizierte Sachverhalte möglichst einfach (aber natürlich inhaltlich korrekt) darzustellen.

Eine Herangehensweise, die ihnen hilft, die Dinge zu vereinfachen und klarer auf den Punkt zu bringen, ist das „Visuelle Denken“. Architekten und Designer nutzen diese Arbeitsweise um anschauliche Konzepte zu entwickeln. Sie können diese Form des Denkens für ihre Präsentationen nutzen. Die Idee beim Visuellen Denken ist, dass sie jeden Gedanken in Form schneller Skizzen niederzeichnen, ohne im ersten Schritt eine Bewertung ihrer Ideen vorzunehmen. Dadurch, dass sie mit Stift und Papier denken, können sie Ideen entwickeln, ihr Konzept schärfen sowie ihre Gedanken noch im Entstehungsprozess an Dritte kommunizieren. Das wiederum hilft ihnen gleich von Anfang an Feedback zu erhalten, das sie in ihren Redeentwurf einarbeiten können.

Wenn sie es schaffen, ihre Ideen mit einem Bild, Icon oder Flowchart darzustellen, haben sie den ersten Schritt der Vereinfachung geschafft. Dabei geht es nicht um perfekte Zeichnungen sondern Rohentwürfe, die sie im Zweifelsfall niemandem zeigen müssen. Denken sie von Anfang an in Storyboards und produzieren Sie schnell ihren ersten Entwurf, ihre MVP („Minimal Viable Presentation“). 

Inhalt: Fakten mit Geschichten verweben

Gute Geschichten verankern sich besser im Gehirn ihrer Zuhörer als pure Fakten. Als guter Geschichtenerzähler denken und erzählen sie in Metaphern und Analogien, die auf ihr Zielpublikum abgestimmt sind. Nur wenn sie empfängerorientiert präsentieren, werden ihnen ihre Zuhörer gerne zuhören. So schaffen sie einen Rahmen mit dem sie ihr Thema in die Lebenswelt ihrer Zuhörer transportieren. Mit Storytelling verfügen sie über ein Werkzeug, mit dem sie nicht nur Fakten vermitteln, sondern auch die Emotionen des Publikums ansprechen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich ihr Publikum nach dem Auftritt noch an ihre Kernideen erinnern kann.

Wenn sie ihre Rede formulieren, sollten sie dabei, jedes Wort überprüfen wie ein Autor: Ist es der richtige Begriff an der richtigen Stelle? Der Schriftsteller Mark Twain sagte dazu: „Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Blitz und einem Glühwürmchen.“ Ein Tipp: Wirklich präzise formulieren sie nur, wenn sie den ersten Entwurf ihrer Präsentation ein paar Tage ruhen lassen und ihn dann erneut mit einem „frischen Auge“ anschauen und verbessern.