Karriere5 Fragen, bevor man eine Beförderung akzeptiert

Symbolbild Beförderung
Symbolbild Beförderungdpa

#1 Was bedeutet die Beförderung?

Eine Beförderung gilt allgemein als etwas uneingeschränkt Positives. Die Chefs demonstrieren damit Vertrauen, es gibt mehr Verantwortung und (hoffentlich) mehr Geld, die Karriere kommt voran. Häufig ändert sich damit aber auch grundlegend das Jobprofil. Das bedeutet in vielen Fällen: mehr planen und delegieren, weniger machen. Eine Führungsposition kann spannend sein. Aber nicht jeder Mensch wird damit glücklich werden – oder gut darin sein. Aus diesen Gründen ist es entscheidend, sich möglichst genau über alle Anforderungen der neuen Stelle im Klaren zu sein. Das gilt besonders für jene Seiten, die nicht sofort offensichtlich sind. So müssen Vorgesetzte häufig viel Papierkram erledigen, mit denen Mitarbeiter nie etwas zu tun hatten.

#2 Will ich das?

Bei der Beförderung geht es nicht nur darum, ob man die nötigen Voraussetzungen mitbringt. Fast noch entscheidender ist die Frage: Will ich das überhaupt? Auf dem Papier klingt eine Beförderung fast immer gut. Aber schauen Sie sich mal genau die Person an, die jetzt diese Stelle innehat. Wie zufrieden wirkt sie mit ihrer Arbeit, wechselt sie jetzt auf eine bessere Position oder hat sich die Stelle als Sackgasse erwiesen und könnten Sie es besser machen? Bringt die Beförderung Sie Ihrem Karriereziel näher?

#3 War es das?

Bei einer Beförderung stellt sich auch die Frage, ob man bereit ist für den Abschied vom jetzigen Job. Wer findet, hier alles gelernt und erreicht zu haben und die Routine als Trott empfindet, der ist vermutlich reif für neue Herausforderungen. Vielleicht aber stellt man fest, dass man doch sehr an der aktuellen Position hängt. In dem Fall könnte eine Beförderung der falsche Schritt sein.

#4 Geht es noch besser?

Eine Beförderung ist keine milde Gabe. Der Arbeitgeber will mehr von Ihren Stärken profitieren. Das sorgt für eine gute Verhandlungsposition. Vermutlich lassen sich die Bedingungen noch verbessern. Mehr Geld, spannendere Aufgaben, Homeoffice, größere Spielräume: Betrachten Sie die angebotene Beförderung als Grundlage, aus der sich vielleicht ihr Traumjob formen lässt.

#5 Kann ich Nein sagen?

Eine Beförderung abzulehnen erfordert Mut. Es ist zudem eine strategische Entscheidung. Manch ein Chef mag ein Nein trotz stichhaltiger Argumente als Affront empfinden oder es als Zeichen deuten, dass der Betroffene in der Firma nichts mehr werden will. Seien Sie sich über die möglichen Folgen einer Ablehnung im Klaren. Dann aber gilt es, Ihre Position selbstbewusst und verständlich darzulegen.