Homeoffice 5 Dinge, die an Videokonferenzen nerven

Symbolbild VideokonferenzCharles Deluvio from Unsplash

#1 Zu viele Videokonferenzen

Dass überflüssige Meetings die Produktivität killen, hat sich zum Glück herumgesprochen. Dieselbe Erkenntnis muss sich bei Videokonferenzen jetzt häufig erst noch durchsetzen. Der geringe Aufwand ist ein Grund, warum manche Chefs aktuell so viele Online-Meetings anberaumen. Andere wollen auf diese Weise den Mitarbeitern im Homeoffice ein Wir-Gefühl vermitteln. Das ist gut gemeint und im richtigen Maß auch hilfreich. Aufwand und Nutzen sollten bei Meetings aber weiterhin in Relation zueinander stehen. Wenn nur ein Kollege Inhalte verkündet, für die eine E-Mail gereicht hätte, darf es gern eine Videokonferenz weniger sein. 

#2 Zu große Nähe

Ausgerechnet in Zeiten von Abstandsregeln kommen sich einige Kollegen virtuell viel zu nahe. Manche Menschen haben offenbar Angst, von der Webcam übersehen zu werden. Sie hängen derart nah an der Linse, dass sie bei den Gesprächspartnern bildschirmfüllend ankommen. Häufig schaut der Laptop-Nutzer zudem buchstäblich von oben herab, was den leicht klaustrophobischen Eindruck beim Gegenüber verstärkt. Bei der Videokonferenz darf man sich auch mal entspannt zurücklehnen. 

#3 Zu wenig Support

In der Corona-Krise musste vieles ganz schnell gehen. Weniger technikaffine Beschäftigte erhielten einen Crashkurs in Sachen Remote-Work-Tools – wenn überhaupt. Bei Videokonferenzen heißt es zu häufig lapidar: Hier ist der Link, bitte teilnehmen. Mittlerweile aber müssen Unternehmen die gebotene Sorgfaltspflicht wieder wahrnehmen, schon aus Eigenschutz. Beim Anbieter Zoom etwa gibt es ernste Sicherheitsbedenken. Manche Experten warnen davor, die Desktopversion zu installieren und raten – wenn überhaupt – zu den von Google und Apple überprüften Apps. Wer von Mitarbeitern verlangt, an Videokonferenzen teilzunehmen, muss einen allgemein verständlichen Leitfaden bereitstellen und einen Ansprechpartner bestimmen, der bei Fragen schnell helfen kann. In der Corona-Krise dürfen die Mitarbeiter nicht zu ihren eigenen Administratoren werden. 

#4 Wortmeldungen ignorieren 

Bei größeren Online-Meetings sind die Teilnehmer häufig stumm geschaltet. Der Gastgeber muss ihre Wortmeldung freigeben. Das klappt nicht immer. Vielleicht hat der Host den virtuell erhobenen Zeigefinger übersehen, vielleicht will er kritische Nachfragen vermeiden. Das untergräbt aber den Sinn einer Live-Konferenz, die auf Austausch setzen sollte. Natürlich sollten nicht alle Teilnehmer durcheinanderreden und der Zeitrahmen eingehalten werden. Gerade bei Videkonferenzen aus dem erzwungenen Homeoffice aber ist es essentiell, dass Mitarbeiter zu Wort kommen. 

#5 Chatten statt aufpassen 

Die Chat-Funktion in Videokonferenz-Tools kann zur Ablenkungsfalle werden. Schnell entwickeln sich hier parallele Unterhaltungen, die mit dem Inhalt des Meetings nur noch wenig zu tun haben. Auch hier gilt: Was in einer normalen Konferenz dem Sitznachbarn nicht zugeflüstert werden sollte, ist im Chat zur Videokonferenz ebenfalls fehl am Platze. Hinzu kommt das Risiko, eine Chat-Nachricht versehentlich an alle Teilnehmer zu schicken. 

 


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