Wir machen was 333.000 Betten: Wie ein Fintech-Gründer das Portal Unterkunft-Ukraine aufbaut

Felix Oldenburg, Szene am Berliner Hauptbahnhof.
Felix Oldenburg, Szene am Berliner Hauptbahnhof.
© (Bild: PR & imago/Sven Simon)
Mit Unterkunft-Ukraine haben Felix Oldenburg und seine Mitstreiter eine Plattform geschaffen, auf der geflüchtete Ukrainer ein Bett finden können. Im Podcast erzählt Oldenburg, was aus der Plattform werden kann 

Capital kürt jährlich die herausragenden Talente des Landes aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft – die „Top 40 unter 40“. Daraus ist ein Netzwerk aus über 1000 Mitgliedern entstanden. Viele dieser Entscheider haben nach Ausbruch des Kriegs in der Ukraine umgehend Initiativen gestartet: Sie helfen Menschen in der Ukraine vor Ort und auf der Flucht und sie positionieren sich gegen den Angriff des russischen Regimes. Capital stellt einige Top40-Akteure in der Serie „Wir machen was“ vor.

Woher die vielen Menschen kommen, weiß Felix Oldenburg noch gar nicht. Es fehlte die Zeit, das zu analysieren. Insgesamt 333.000 Schlafmöglichkeiten haben Menschen auf dem Portal Unterkunft-Ukraine.de eingestellt, um geflüchtete Ukrainer aufzunehmen. Der Fintech-Gründer Oldenburg leitet dieses Portal, das seit kurzem auch mit dem Innenministerium zusammenarbeitet. „Wir haben einen Nerv getroffen“, sagt er. Weil sich zu Beginn des Ukraine-Kriegs alle fragten: Was kann ich eigentlich tun?

Der Sozialunternehmer will nun eine Plattform entwickeln, bei der es sich nicht nur um „eine Eintagsfliege-Internetaktion“ handelt, sondern auch in Zukunft ein „Baustein für Krisenbewältigung“ wird. Zum Beispiel auch bei Krisen im Inland wie der Flutkatastrophen im Ahrtal.

„Die Unterkunft ist ein Schlüssel für das Angekommen“

Das Portal sei noch „klar hinter der Welle“, die Zuteilung stellte sich als komplex heraus. In Zukunft wolle Oldenburg mehreren hunderttausend Menschen eine Zuflucht vermitteln. „Die Unterkunft ist ein Schlüssel für das Angekommen“, sagt Oldenburg. Denn darüber könnten die geflüchteten Menschen einen Weg zu medizinischer Versorgung, Bildung und Arbeit finden.

Eigentlich arbeitet Oldenburg an dem Project Bcause, einer Spenden- und Investment-Plattform. Der Launch steht kurz bevor. Über das „Impact-Depot“ lassen sich gemeinnützige Projekte bei Eigenkapital, Darlehen oder mit Spenden finanzieren. Dieses soll eines Tages so „selbstverständlich werden wie ein Aktiendepot“.

Felix Oldenburg, 45, leitete sieben Jahre lang Ashoka, das Netzwerk für Sozialunternehmer. Zurzeit ist er Vorstandssprecher von gut.org, dem gemeinnützigen Unternehmer hinter der Spendenplattform Betterplace. Zurzeit baut er außerdem die Investment-Plattform Project Bcause auf.

Über sein neuartiges Fintech-Vorhaben mit Project Bcause und die langfristigen Pläne für Unterkunft-Ukraine spricht er im FinanceFWD-Podcast, den Sie hier hören können.


Mehr zum Thema



Neueste Artikel