ImmobilienSo gelingt der Hauskauf als Single

Ein Mann sitzt auf einem Sofa mit einem Laptop
Singles haben es schwerer, Wohneigentum zu erwerbenPixabay

Mama, Papa und zwei Kinder? Das hat mit Deutschlands Realität wenig zu tun. Die häufigste Wohnform hierzulande ist mit 41 Prozent der Singlehaushalt, zeigen Daten des Statistischen Bundesamts. Vor allem in den Metropolen ist der Trend zur Single-Wohnung ungebrochen: In Hamburg wohnt inzwischen jeder zweite Einwohner allein, Tendenz seit Jahrzehnten steigend. Diese Entwicklung spiegelt sich bei den Neubauten wider. In vielen Großstädten werden die Wohnungen immer kleiner gebaut, sogenanntes Mikro-Wohnen boomt. Das Haus im Grünen gilt dagegen als Luxus, den man sich in Zeiten von Wohnungsnot und steigenden Immobilienpreisen nicht leisten will.

Dabei sehnen sich auch Singles nach einem Eigenheim, selbst wenn sie den zusätzlichen Platz nicht unbedingt brauchen – schließlich gilt die abbezahlte Immobilie nach wie vor als wichtiger Baustein für die Altersvorsorge. Offizielle Statistiken, wie hoch der Anteil an Singles unter den Immobilienbesitzern ist, gibt es zwar nicht. Christoph Brechtel, Baufinanzierungsberater beim Finanzdienstleister Dr. Klein in Stuttgart, beobachtet jedoch ein steigendes Interesse bei Alleinstehenden, besonders in den Ballungsräumen. „Generell spricht auch nichts dagegen, als Single eine Immobilie zu kaufen“, sagt der Experte. Alleinstehende müssten sich aber darüber im Klaren sein, dass sie auch die finanzielle Belastung alleine tragen – und die Finanzierung deshalb „genau und sicherheitsorientiert kalkulieren“.

Wichtig sind vor allem ausreichende Rücklagen. Denn während Paare sich in schlechten Zeiten gegenseitig unterstützen können, sind Alleinstehende auf ihre Reserven angewiesen. Statt jeden freien Euro in die Sondertilgung zu stecken, sollten Singles daher lieber einen kurzfristig verfügbaren Puffer aufbauen, rät Brechtel. Andernfalls laufen Käufer oder Bauherren Gefahr, ihre Immobilie bei längerer Arbeitslosigkeit oder schwerer Krankheit verkaufen zu müssen. Als Faustregel für die Finanzierung gilt: Monatsrate und Nebenkosten sollten 30 Prozent des verfügbaren monatlichen Nettoeinkommens nicht übersteigen.

Höhere Hürden bei der Immobilienfinanzierung für Singles

Alleinstehende sollten sich zudem darauf einstellen, mehr Eigenkapital einbringen zu müssen, als ihnen die gängigen Ratgeber vorrechnen. Während bei Paaren in der Regel 20 bis 30 Prozent der Darlehenssumme genügen, müssen Singles bei den meisten Kreditinstituten deutlich mehr auf den Tisch legen, bevor sie ein Darlehen bekommen. Damit sichern sich Banken gegen das höhere Ausfallrisiko bei Singles ab. Gerade in den Ballungsräumen kann das eine Hürde sein, die Singles den Hauskauf enorm erschwert. Haben Alleinstehende aber das Startkapital aber erst einmal zusammen, profitieren sie oft von einem besseren Zinssatz und einer niedrigeren Monatsrate, weiß Baufinanzierungsexperte Brechtel.

Bei der Wahl des Traumhauses sollten Singles wie alle Immobilienkäufer auf eine gute Lage achten. Sie sollte so gewählt sein, dass sich das Haus oder die Wohnung problemlos vermieten oder verkaufen lässt. Das ist wichtig, falls sich die Lebensumstände doch einmal ändern sollten und ein Umzug unvermeidlich ist. Bei Größe und Bauart haben Singles sämtliche Freiheiten, die das persönliche Budget hergibt. Wenn es um die Gestaltung der Räume geht, haben sie Paaren sogar etwas voraus: Wenn sie türkise Küchenfliesen schön finden oder gerne einen Whirlpool im Bad hätten, können sie diese Wünsche problemlos umsetzen – ohne auf einen Partner Rücksicht nehmen zu müssen.