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Wiedervorlage Gesetze im Test: Teilung der Maklerprovision

Käufer und Verkäufer teilen sich die Provision für den Makler
Käufer und Verkäufer teilen sich die Provision für den Makler
© IMAGO / Pond5
Die Bundesregierung wollte Immobilienkäufer bei den Nebenkosten eines Hauskaufs entlasten. Käufer und Verkäufer müssen sich die Maklerprovision seitdem teilen. Hat das den gewünschten Effekt gebracht?

„Lässt sich der Makler von beiden Parteien des Kaufvertrags über eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus einen Maklerlohn versprechen, so kann dies nur in der Weise erfolgen, dass sich die Parteien in gleicher Höhe verpflichten.“ (§ 656c Abs. 1 BGB)

Inzwischen hat der Immobilienmarkt neue Fakten geschaffen, wenn auch ganz andere, als Ökonomen erwartet hatten. Eigentlich sollte das Gesetz zur Teilung der Maklerprovision allen Kaufwilligen den Erwerb von Wohneigentum erleichtern, so stellte es sich der Gesetzgeber vor. In der Hochphase des Immobilienbooms im Dezember 2020 legte er fest: Die Maklerprovision wird fortan nicht mehr allein vom Käufer aufgebracht, sondern der Verkäufer muss mindestens die Hälfte davon zahlen. Schließlich hat er ja auch in der Regel den Makler beauftragt.

Das sollte das Eigenkapital der Käufer schonen. Denn nicht nur die Kaufpreise waren bis Ende 2020 geradezu explodiert, sondern mit ihnen die Kaufnebenkosten für Makler, Notar und Grunderwerbsteuer, die sich prozentual am Hauswert bemessen. Und tatsächlich sank für die Käufer die Maklerprovision, zumindest prozentual: Zuvor waren im Bundesdurchschnitt gut fünf Prozent Provision üblich. Heute zahlen Käufer relativ einheitlich rund 3,5 Prozent, bezifferte das Wirtschaftsforschungsinstitut IW. Die Verkäufer berappen ebenfalls 3,5 Prozent, ergibt in Summe also sogar sieben Prozent Provision für die Makler. So viel war zuvor allenfalls in Hochprovisionsgebieten wie Brandenburg üblich. Dementsprechend frohlockte die Maklerbranche – die zuvor arg gegen das Gesetz gewettert hatte – noch bis Ende 2021 über einen Anstieg ihres Umsatzvolumens und damit der Courtage.

Bestellerprinzip auch beim Hauskauf?

„Wir hätten mit mehr Preiswettbewerb in der Maklerbranche gerechnet“, sagt IW-Immobilienökonom Michael Voigtländer leicht enttäuscht, „zumal die Höhe der Provision frei verhandelbar ist.“ Erst 2022 änderte sich das, als der Markt rasant drehte: Die Verkaufszahlen brachen jäh ein, wegen der steigenden Zinsen. Der Immobilienabsatz kam quasi zum Erliegen. „Es gibt jetzt deutlich mehr Verkäufer und viel weniger Nachfrage“, sagt Voigtländer, „deshalb wächst die Bereitschaft bei Maklern und Eigentümern, den Kaufwilligen bei den Provisionssätzen entgegenzukommen. Käufer sind in einer guten Verhandlungsposition zurzeit.“ Viele Beteiligte dächten jetzt auch über Innenprovisionen nach, die für den Käufer gar nicht mehr sichtbar sind, weil sie allein der Verkäufer trägt. Das soll den Markt wieder in Schwung bringen.

Grundsätzlich jedenfalls spräche nichts gegen das Bestellerprinzip auch beim Hauskauf, findet der IW-Ökonom. Bei der Vermietung gilt es längst: Dann zahlt derjenige für den Makler, der ihn auch beauftragt hat.

Testurteil ausreichend

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