HausbauDas sind die wichtigsten Versicherungen für Bauherren

Dacharbeiten an einem Einfamilienhaus
Dacharbeiten an einem Einfamilienhaus: Bauherren sollten gut versichert seinimago images / U. J. Alexander

Der Frühling gilt als die beste Jahreszeit, um mit dem Hausbau loszulegen. In der Regel steht bis zum Sommer der Rohbau, vor dem Winter sind Dach und Mauern dicht, und an Weihnachten kann man einziehen – eigentlich. Die Corona-Krise hat vielen Bauherren einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wochenlang tat sich auf Baustellen wenig bis gar nichts, weil Handwerker ihre Arbeit niedergelegt hatten oder Lieferengpässe den nächsten Arbeitsschritt blockierten. Immerhin: Inzwischen sind die Bauarbeiten vielerorts wieder in vollem Gang.

Handwerker, Bauherren und Helfer arbeiten mit Hochdruck daran, die verlorene Zeit wettzumachen, damit im Bau befindliche Häuser doch noch wie geplant fertig werden. Dadurch steigt allerdings auch die Gefahr, dass Fehler gemacht werden. Auf Baustellen wimmelt es vor Risiken, die die Standard-Versicherungen von Privatpersonen nicht abdecken. Gerüste können einstürzen, Helfer sich beim Tragen der Ziegel verletzen, Diebe über Nacht die Baustelle leerräumen. Aller Eile zum Trotz sollten sich Bauherren daher Gedanken über ihren Versicherungsschutz machen. Ein Überblick über die größten Risiken – und wie Bauherren sich dagegen absichern können.

#1 Haftpflicht auf der Baustelle

Egal ob Neubau oder Sanierung: Die Bauherren-Haftpflichtversicherung gehört zum Pflichtprogramm für jeden, der größere Arbeiten auf seinem Grundstück plant. Die Police schützt Bauherren vor Schadenersatzansprüchen Dritter. Als Eigentümer haften sie nämlich für fast alles, was in Zusammenhang mit der Baustelle steht. Rutscht etwa ein Passant auf Bauschutt aus, den Handwerker vergessen haben zu beseitigen, müssen Bauherren den Schaden ersetzen – im Zweifel unbegrenzt und ein Leben lang. Die Bauherren-Haftpflicht empfiehlt sich vor allem bei größeren Bauvorhaben. Bei Baustellen bis 50.000 Euro greift im Schadensfall in der Regel die private Haftpflichtversicherung.

#2 Schutz vor Unwetter und Vandalismus

Wenn Unbekannte den frischen Estrich beschädigen, bereits montierte Wasserhähne stehlen oder die frisch gestrichenen Wände besprühen, wird es für Bauherren schnell teuer. Wer sich gegen solchen Vandalismus versichern will, sollte über eine Bauleistungspolice nachdenken. Sie sichert Schäden am Bau ab, die durch höhere Gewalt entstehen. Neben mutwilligen Zerstörungen fallen darunter auch Schäden durch Unwetter. Der Versicherer zahlt im Ernstfall nicht nur die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes, sondern erstattet auch die Aufräumkosten. Der Verlust von Handwerkszeug und Baugeräten aller Art ist in der Regel nicht mitversichert.

#3 Unfallschutz für Freunde und Familie

Bauherren können viel Geld sparen, wenn sie auf der Baustelle Freunde und Verwandte mit einspannen. Sie tragen aber auch die volle Verantwortung für deren Sicherheit. Häuslebauer sind deshalb dazu verpflichtet, freiwillige Helfer bei der zuständigen Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) zu melden, quasi der gesetzlichen Unfallversicherung für Bauhelfer. Tun sie das nicht, müssen sie im Schadensfall mit einem Bußgeld rechnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Helfer für ihre Tätigkeit ein Honorar erhalten. Achtung: Ehepartner und Bauherren selbst sind nicht über die BG Bau versichert. Sind umfangreiche Arbeiten in Eigenregie geplant, empfiehlt sich deshalb der Abschluss einer privaten Unfallversicherung.

#4 Versicherung gegen Unternehmerpleite

Nicht nur Unwetter und Vandalismus können Bauvorhaben gefährden. Finanzielle Einbußen drohen auch, wenn das beauftragte Bauunternehmen vor Abschluss der Arbeiten oder noch während der Gewährleistungsfrist Insolvenz anmeldet. Dann hilft eine sogenannte Baufertigstellungsversicherung. Sie übernimmt die Kosten für die Beseitigung etwaiger Mängel am Bau, ebenso die Kosten für die Beauftragung eines anderen Bauunternehmens. Auch Zinszahlungen, die der Bauherr während einer Bauunterbrechung weiterhin leisten muss, werden in der Regel von der Versicherung getragen. Eine Baufertigstellungsversicherung abzuschließen, ist zwar Sache des Bauunternehmens. Dieser reicht die Kosten für die Police aber meist an den Vertragspartner weiter. Für Bauherren lohnt es sich trotzdem, auf den Abschluss dieser Police zu bestehen. Denn die Versicherer prüfen die Bilanzen des Unternehmens sorgfältig – und lehnen Kandidaten mit zu hohem Insolvenzrisiko ab.

 


Kennen Sie schon unseren Newsletter „Die Woche“? Jeden Freitag in ihrem Postfach – wenn Sie wollen. Hier können Sie sich anmelden