PodcastBleibt der Immobilienmarkt trotz Inflation stabil?

Die Euro-Skulptur ist ein Kunstwerk von Ottmar Hörl und steht vor dem Eurotower im Bankenviertel von Frankfurt.IMAGO / Future Image

Im vergangenen Jahrzehnt hat sich der Immobilienmarkt für Investoren exzellent entwickelt. Die Preise sind nahezu konstant gestiegen und die hohen Renditen haben die Nachfrage immer weiter gesteigert. Auch die Coronapandemie hatte bisher keine negativen Auswirkungen auf die Immobilienpreise. Seit Monaten steigt allerdings die Inflationsrate und verunsichert Verbraucher und Anleger.

Ob sich die Teuerungsrate auch am Häusermarkt auswirkt und die Preise weiter antreibt, schauen sich Peter Hettenbach und Katarina Ivankovic, die Geschäftsführer des iib Instituts, in der aktuellen Folge des Immobilien-Podcasts „Lagebericht“ genauer an.

Im Oktober lag die Inflationsrate in Deutschland bei 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das liegt laut Katarina Ivankovic über den von der EZB angestrebten zwei Prozent. „Normalerweise müsste jetzt die EZB gegensteuern, indem sie die Geldmenge reduziert oder die Zinsen anhebt“, sagt sie.

Unlängst macht sich die steigende Teuerungsrate bei den Preisen bemerkbar. Auch die Spar- und Kontoguthaben vieler Bankkunden verlieren durch die Inflation stärker an Wert – auch aufgrund der Niedrigzinsen für Erspartes. Viele Anleger suchten deshalb nach einer Möglichkeit ihr Geld zu investieren, ohne dass es allzu viel an Wert verliere, erklärt Ivankovic.

Das macht auch Immobilien für viele als Anlageobjekt interessant. „Aber das machen wir ja schon seit zehn Jahren. Der Immobilien-Boom ist ja da“, sagt Peter Hettenbach. Katarina Ivankovic stimmt ihm zu: „Die Nachfrage nach Immobilien ist um ein Vielfaches höher, als das was der Markt hergibt.“

Woher kommt die Nachfrage?

Die private Eigentumsquote ist seit 2010 sogar leicht gesunken. Dafür nennen die beiden iib-Geschäftsführer mehrere Gründe: Das Angebot hat sich nicht erhöht und zur lokalen Nachfrage von deutschen Privatkäufern kam die internationale und teilweise globale Nachfrage von Investoren und Immobilienfirmen hinzu. Immobilien wurden so zunehmend zu einer Kapitalanlage und die steigenden Preise zur Rendite für ihre Besitzer.

Dadurch ist die Nachfrage stark angestiegen und die Investoren setzen weniger auf die Mieteinnahme für die Rendite. „Wohnungen sind zum Wohnen da, ist durch“, sagt Peter Hettenbach. Die hohe Nachfrage wird durch die Inflation vermutlich noch weiter steigen. Aber kommt dadurch zu einer Blase, die womöglich sogar platzt? Um das zu beantworten, führen die beiden iib-Geschäftsführer ein Gedankenexperiment durch, indem sie den Immobilienmarkt zerstören.

Hören Sie in der aktuellen Folge des Lageberichts:

  • was die Dynamik am Immobilienmarkt unterbrechen würde
  • wie sich die Inflation auf Materialien, Energieträger und Handwerkerarbeiten auswirkt
  • ob mit einem Platzen der Immobilienblase zu rechnen ist