LeserfrageWie lege ich Geld für meinen Enkel an?

Symbolbild Geld sparen
Symbolbild Geld sparen Pixabay.com

Großeltern haben prinzipiell zwei Möglichkeiten: Sie können entweder ein Konto oder Depot auf den Namen des Enkels eröffnen oder ein weiteres eigenes Konto oder Depot auf ihren Namen. Der Nachteil der ersten Option ist, dass die Erziehungsberechtigten Zugriff auf das Gesparte haben, bis das Kind volljährig ist und selbst darüber verfügen darf. Die Eltern dürfen die Ersparnisse zwar nur verwalten und nicht ausgeben, aber wenn sie es doch tun, können die Großeltern das nicht kontrollieren, weil sie keinen Zugang haben. Zudem können sie wenig dagegen unternehmen, wenn sie es doch merken – außer sie klagen.

Obendrein können die Großeltern das einmal auf den Namen des Enkels angesparte Geld weder auf sich zurückübertragen lassen noch kontrollieren, was der Enkel mit dem Geld anfängt, wenn er volljährig ist.

Richten Großeltern ein Konto oder Depot auf ihren Namen ein, ist der Nachteil, dass sie womöglich unnötig viele Abgaben zahlen. Wer ein gutes Gehalt und fleißig gespart hat, schöpft oft seinen Grundfreibetrag von 9000 Euro und seinen Sparerpauschbetrag von 801 Euro jährlich aus. Er muss Kapitalerträge also normal versteuern. Der Enkel hat dagegen in der Regel kein reguläres Einkommen und keine weiteren Kapitalerträge, er kann beide Freibeträge nutzen. „So bleiben fast 10.000 Euro jährlich steuerfrei“, sagt Bernd Schmitt vom Wirtschaftsprüfer EY.

Leicht verständliche Produkte wählen

Großeltern sollten schnell verständliche Anlageprodukte wählen, die auch der Enkel ohne großes Finanzwissen verstehen kann, sobald er an das Ersparte darf. Von komplexen Versicherungsprodukten sollten Anleger also die Finger lassen. Ideal ist eine Kombination aus einem herkömmlichen Sparkonto und einem Depot, in dem Fonds liegen, die das Risiko breit streuen. Passend ist etwa ein ETF auf den MSCI World, also ein passiver Fonds, der diesen Index nachbildet, der 1600 Aktien aus circa 20 Ländern enthält.

Mögliche Börsencrashs kann der Enkel aussitzen, weil er das Geld erst in vielen Jahren braucht – und kann so von den langfristig höheren Aktienrenditen profitieren. Aber sollten die Märkte just einbrechen, wenn der Enkel ans Geld darf, steht dank des Sparkontos ein Teil wie geplant zur Verfügung.

Die Sparkassen etwa bieten über ihre Fondstochter Deka den Juniorplan an, ein Kinderdepot, in das Großeltern regelmäßig einzahlen. Die Depotführung ist zwar kostenlos, aber in günstige ETFs können Anleger nicht investieren. Sparer können nur aktive Fonds kaufen, bei denen Ausgabeaufschläge von fünf Prozent und Verwaltungsgebühren von bis zu zwei Prozent fällig werden. Günstiger ist es in der Regel bei Direktbanken wie der ING-Diba und der Comdirect, die ebenfalls spezielle Depots für Minderjährige anbieten. Anleger können hier in ETFs investieren.