Sparen für KinderWie man Geld für den Nachwuchs anlegt

Ein Kind sitzt vor Stapeln mit Münzen
Wie legt man Geld für Kinder sinnvoll an?dpa

Wer Kinder hat, denkt ja immer an morgen: Wo wollen sie wohl man hin, wenn sie groß sind? Und was wird mal aus ihnen? Hoffentlich wachsen sie gesund auf und können sich später ihre Träume und Wünsche erfüllen. Ein Auslandsstudium vielleicht oder zumindest mal die erste Wohnungseinrichtung. Wer weiß. Sie sollen es auf jeden Fall einmal gut haben und nicht mit leeren Händen dastehen. Deshalb könnte man ja schon einmal anfangen, für sie zu sparen, oder? Das ist natürlich immer eine gute Idee. Meist scheitert es aber an der Umsetzung.

Denn in der ersten Zeit sind Eltern mit vielem beschäftigt, mit dem Wachen, Wickeln, Kümmern, sie müssen ihr ganzes Leben neu organisieren. Klar, dass sie dabei über alles lieber nachdenken als darüber, wie man nun auch noch die Finanzen neu sortiert. Viele sind erst einmal froh, wenn nach dem Wegfall eines Verdieners und der Neuanschaffung von Kinderwagen, Babymöbeln und Strampelsets überhaupt genügend bleibt. Deshalb schieben sie die Sparfrage erst einmal auf – oft jahrelang. Auch Großeltern würden Eltern und Enkel gern finanziell unterstützen, wissen aber oft nicht wie.

Es gibt zwei zentrale Hinweise in dieser Phase: Erstens, Kindersparen muss beileibe nicht kompliziert sein, auch wenn sich Kapital bei den derzeitigen Niedrigzinsen kaum noch von selbst vermehrt. Notfalls kann man auch schon mal das Taufgeld auf ein einfaches Festgeldkonto legen – wo es im besten Fall 1,8 Prozent Zinsen bringt. Oder besser per Dauerauftrag einen kleinen Sparplan bei einer Bank oder Fondsgesellschaft anlegen, wie das am besten geht, erklären wir gleich. Beides ist allemal besser, als zu warten, bis das Kind kurz vorm Abitur steht und erst dann die Sparfrage angeht. Genau das passiert aber vielen Eltern, beobachtet Finanzberaterin Stefanie Kühn, die ein Buch übers Kindersparen geschrieben hat: „Es hapert oft beim Anfangen – und plötzlich steht schon die Ausbildung der Kinder an.“ Spätestens dann brauchen der Nachwuchs oder seine Eltern Geld.

Versicherungslösungen sind nicht empfehlenswert

Noch wichtiger: Vergessen Sie spezielle Kinderprodukte! Vor allem jegliche Art von Versicherungen sowie Bausparverträge! Auch wenn Banken und Versicherungen junge Eltern umgehend mit Prospekten bombardieren, in denen sie maßgeschneiderte Kindersparprodukte mit allerlei putzigen Namen anpreisen von Biene Maja bis zu Tabaluga. Dahinter stecken entweder Babysparbücher, die zurzeit so viel Zinsen abwerfen, dass man das Geld auch gleich in ein Marmeladenglas stecken könnte. Oder – noch schlimmer – Lebens- oder Ausbildungs- oder Kombiversicherungen, die gleich drei Dinge in einem sind: ziemlich teuer, wahnsinnig unflexibel und völlig unlukrativ. Sie sind schlicht unnötig. Deshalb warnen auch Verbraucherschützer davor.

Was genau ist das Überflüssige an solchen Produkten? Fangen wir mit den Kinderpolicen an: Solche „Schutzbriefe“ und „Vorsorgekonzepte“ werben damit, den Nachwuchs gegen vielerlei Risiken abzusichern: gegen Unfall und Krankheit, Berufs- oder Schulunfähigkeit. Außerdem sollen sie Kapital für die Ausbildung anhäufen und später einmal als Altersvorsorge dienen. Manche Anbieter sagen das direkt, bei anderen muss man länger fahnden, was genau dahinter steckt. Der Cosmosdirekt-Kindersparplan etwa, der auf den ersten Blick als Sparkonto daherkommt, ist im Kern eine private Rentenversicherung, bei der bis zum Renteneintritt des Kindes gezahlt werden muss. „Verkauft werden solche Policen zuhauf“, sagt Kühn. Es klingt ja auch nach einer praktischen Lösung, mit einem einzigen Produkt sämtliche Lebensrisiken der Kinder abzudecken. Nichts fürchten Eltern schließlich mehr, als dass ihnen etwas zustößt. Genau mit dieser Angst rechnen die Versicherer.

Mehr noch: Weil sie natürlich all die Unwägbarkeiten eines ganzen Kinderlebens in ihre Policen mit einkalkulieren müssen, fließen bei solchen Produkten, die oft 67 Jahre Laufzeit haben, manchmal sogar auch 85 Jahre, so horrend hohe Sicherheitsabschläge in Risikoabsicherungstöpfe, dass da zum Sparen nicht viel Geld übrig bleibt. Für den Versicherer dagegen zahlen sich solche Policen aus. „Von solchen Versicherungslösungen raten wir dringend ab“, sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Vor allem eignen sie sich nicht dazu, Kapital aufzubauen, denn sie sind teuer und wenig flexibel.“