KolumneWie Friedrich Merz mit Aktien Millionär wurde

Christoph Bruns
Christoph BrunsLyndon French

Mit einer Portion Faszination verkündeten die Medien vor Wochenfrist, dass der von den Mitgliedern der CDU in einer Stichwahl zum Vorstandsvorsitz verschmähte Friedrich Merz Millionär sei. Es lohnt sich nicht, darüber zu räsonieren, ob derartige Meldungen wichtig sind. Bemerkenswerter ist eher, dass es sich um eine positive Meldung handelt, die es im Medienrummel bekanntlich nicht immer einfach haben gegenüber den vielen negativen Schlagzeilen.

Die Bürger der Bundesrepublik werden es begrüßen, dass Herr Merz angesichts seiner Einkommens- und Vermögenssituation keine Sozialstaatsleistungen benötigt. Besonders für die Steuerzahler dieses Landes ist das sehr erfreulich und wenn es nur solche Leute wie Herrn Merz gäbe, dann benötigte man in Deutschland überhaupt keinen Sozialstaat und die hohe Abgabenlast könnte spürbar niedriger liegen.

Aufschlussreich und weiterführend wäre es allerdings gewesen, von den Medien die Gründe für den jüngsten Vermögenszuwachs im Hause Merz analysiert zu bekommen. Denn daraus könnte nahezu die gesamte Bevölkerung der Bundesrepublik lernen. Wie nämlich den Berichten zu entnehmen war, besitzt Friedrich Merz Aktien an einem schweizerischen Industrieunternehmen. Und diese Aktien sind wertvoll. Spannend daran ist nun aber, dass hier offenbar Wohlstand durch Unternehmensbeteiligung sprich Aktienbesitz entstanden ist.

Friedrich Merz zeigt, dass es geht

Zwar ist hinlänglich bekannt, dass ein Anleger langfristig nichts Besseres mit seinen Spargroschen tun kann, als diese in der Wirtschaft arbeiten zu lassen. Aber in Deutschland tut man sich mit dieser hinreichend belegten Wahrheit reichlich schwer. Um dies zu erkennen, muss man nur die jährlichen Berichte zum Geldvermögen in Deutschland zur Hand nehmen, die von der Bundesbank erstellt werden. Regelmäßig lässt sich den Statistiken entnehmen, dass die deutschen Geldvermögensbesitzer zinsbasierten Anlageformen den eindeutigen Vorzug vor Eigenkapitalanlagen – sprich Aktien – geben.

Immerhin können nun viele Bürger am Beispiel von Friedrich Merz bestaunen, dass aktienbasierter Wohlstand höchst real ist. Und im Fall von Herrn Merz ist überdies bemerkenswert, dass dieser während seiner Bewerbungsvorstellungen zum CDU-Vorsitz ein klares Bekenntnis zur Beteiligung der Bevölkerung an der Wirtschaft durch Aktienbesitz abgelegt hat. Solche richtigen Auffassungen sind in der heutigen deutschen Politik hochgradig selten. Sie stünden einem Wirtschaftsminister gut an, aber wir wissen ja bereits, dass von dort diesbezüglich nichts zu erwarten ist. Anstatt endlich der Vermögensbildung der eigenen Bevölkerung durch Förderung einer Aktienkultur den Weg zu bereiten, vergaloppiert Peter Altmaier sich lieber mit nationalen Champions in einer Industriepolitik nach französischem Vorbild.

Eine Ironie der ganzen Sache liegt überdies noch darin, dass viele Beobachter meinen, die öffentlich geäußerte positive Haltung des Friedrich Merz zu Aktienanlagen hätte ihn den CDU-Vorstandsvorsitz gekostet.

Gleichviel, der Strom kommt aus der Steckdose und die Rente zunehmend aus dem Steuertopf. Wo sie erwirtschaftet wird, dürfte einer großen Anzahl unser Volksvertreter unbekannt sein. Ich bezweifle, dass der Respekt und das Ansehen von Friedrich Merz in der Bevölkerung angesichts seiner erfreulichen Vermögensentwicklung steigen werden.

Ihr
Dr. Christoph Bruns