RuhestandWelcher Vorsorgetyp sind Sie?

Symbolbild Altersvorsorge
Symbolbild Altersvorsorgedpa

Auf Basis der Sinus-Milieus des bekannten Sinus-Instituts für Markt- und Sozialforschung hat Capital fünf Anlagetypen entwickelt. Alle Angaben zu Einkommen, Sparverhalten und vorhandenen Geldanlagen beziehen sich immer auf den gesamten Haushalt und stammen ebenso vom Sinus-Institut wie die Einschätzungen zu Vorlieben und Risikoneigungen.

Die Angaben zur gesetzlichen Rente stammen aus dem Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung (2017) und dienen nur zur groben Orientierung. Sie verstehen sich als „heutige Ansprüche“ für Arbeitnehmer, die bis zum gesetzlichen Rentenalter arbeiten – ohne mögliche künftige Rentenerhöhungen und ohne Inflation. Sozialbeiträge wurden abgezogen, Steuern nicht.

Die Mitte

So denkt die Mitte
Das Erreichte zu sichern hat für die Mitte Priorität. Sie basiert auf den Sinus-Milieus der bürgerlichen Mitte und der Traditionellen. Die meisten Angehörigen dieser Gruppe, viele von ihnen Facharbeiter, sind über 50 Jahre alt, verheiratet und haben Kinder.

Das besitzt die Mitte
Die Mitglieder der Mitte sind vorsichtig. Aktien findet man hier selten, beliebt sind Sparbücher und Immobilien. Geht ein Arbeitnehmer aus dieser Gruppe heute in den Ruhestand, kann er mit einer gesetzlichen Rente von 1200 bis 1600 Euro rechnen.

Das sollte die Mitte jetzt tun
Die Mitte muss sich Anlagen jenseits des Sparbuchs erschließen: Jüngere Vertreter der Mitte können sich zum Beispiel eine Immobilie zulegen. Das Grundkapital dafür sparen sie am besten in einem flexiblen Banksparplan. Der bringt oft mehr Zinsen als Tagesgeld, zudem profitieren Anleger, wenn die Zinsen steigen. Die zweite Option für die private Altersvorsorge: geförderte Rentenversicherungen, etwa Riester-Fondssparpläne, die die Einzahlungen garantieren.

Wer ein wenig Risiko mag, kann defensive Mischfonds kaufen, die aus Aktien und Anleihen bestehen. Eine Anlage von monatlich 200 Euro ergibt nach 20 Jahren mit einer typischen Rendite von drei Prozent nach Abzug von Steuern und Gebühren 55 000 Euro. Zehrt der Sparer das Geld über 20 Jahre auf, ohne es weiter anzulegen, hat er pro Monat 230 Euro zusätzlich. Bei der Auswahl der besten Fonds empfiehlt sich die Capital-Auswahl (capital.de/mischfonds2018).


Der Weltenbummler

So denkt der Weltenbummler
Der Weltenbummler – in der Begriffswelt der Sinus-Milieus die Expeditiven genannt – ist oft jünger als 30 Jahre, verfügt aber schon über recht ordentliche Einkünfte. Der Beruf ist ihm wichtig, er schätzt aber auch Selbstverwirklichung und Kreativität. Klassisches Karrieredenken ist ihm fremd.

Das besitzt der Weltenbummler
In keiner anderen Gruppe fühlen sich so viele nicht ausreichend für das Alter abgesichert, nämlich 99 Prozent. Und das obwohl sie sich noch wenig Gedanken über das Leben im Alter gemacht haben, weil sie so jung sind. Vorausgesetzt, der Weltenbummler hält sein Einkommen, kann er im Alter eine überdurchschnittliche Rente erwarten – heute läge sie bei 1500 bis 2000 Euro pro Monat.

Das sollte der Weltenbummler tun
Die Weltenbummler haben ihre Risikofreude im Griff. Damit eignen sie sich besonders für Aktien, die Risikotoleranz und Langfristigkeit voraussetzen. So können Angehörige dieser Gruppe ihr Geld breiter streuen und neben ETFs auf Standardwerte etwa auch in Schwellenländer-Papiere investieren. Das ist zwar riskanter, bringt aber oft auch mehr Rendite, wenn man geduldig ist und Crashs aussitzt.

Wer monatlich 200 Euro in einem ETF anlegt, hat bei der Aktiendurchschnittsrendite von acht Prozent pro Jahr nach 35 Jahren gut 310.000 Euro nach Kosten und Steuern erspart. Er kann sich also über 20 Jahre pro Monat eine Zusatzrente von knapp 1300 Euro pro Monat ausschütten, ehe das Geld aufgebraucht ist. Zusätzlich sollte der Weltenbummler eine Reserve anlegen.


Der Ambitionierte

So denkt der Ambitionierte
Der Ambitionierte liebt das Neue, der Fortschritt fasziniert ihn. Er basiert auf dem Milieu der Performer, ist oft zwischen 30 und 50 Jahre alt, Besserverdiener, arbeitet in leitenden Positionen und will weiter aufsteigen. Sicherheitsdenken kann er nicht ausstehen.

Das besitzt der Ambitionierte
Der Ambitionierte hat alle Anlageprodukte überdurchschnittlich oft: So besitzt keine andere Gruppe der Bevölkerung so häufig Aktien, Zertifikate und Optionsscheine. Arbeitet er ohne größere Unterbrechungen bis zur Rente, kann der Ambitionierte nach heutigen Werten mit einer hohen gesetzlichen Rente von 2200 Euro und mehr pro Monat rechnen.

Das sollte der Ambitionierte jetzt tun
Das Problem: Zwar besitzt er überdurchschnittlich viel, hat aber eine Neigung zu riskanteren Anlageprodukten. Sichere Vermögenswerte wie etwa Immobilien und Riester-Verträge kommen bei ihm dagegen zu kurz. Aber oft entwickelt der Ambitionierte im Alter einen größeren Wunsch nach Stabilität, dafür sollte er vorsorgen. Zwar informiert sich keine Gruppe so oft über Börsenkurse wie die Ambitionierten, doch wichtig ist für sie Disziplin. Denn oft ist der Ambitionierte sich selbst der größte Feind, weil er Pläne schnell wieder über den Haufen wirft. Legt er aber etwa ab Mitte 30 monatlich 300 Euro in einen ETF-Fonds an und bleibt 30 Jahre dabei, hat er bei einer Aktienrendite von acht Prozent pro Jahr nach Kosten und Steuern 316.000 Euro erspart. Dadurch hat er ab Renteneintritt für 20 Jahre etwas mehr als 1300 Euro monatlich zusätzlich.


Der Samstagsshopper

So denkt der Samstagsshopper
Der Samstagsshopper kommt mit Pragmatismus am besten durchs Leben, politisch ist er nicht besonders festgelegt. Hinter den Samstagsshoppern stehen die Milieus der Adaptiv-Pragmatischen und der Hedonisten. Sie sind oft deutlich jünger als 50 Jahre und leben vor allem für ihre Hobbys und Freizeit.

Das besitzt der Samstagsshopper
Er besitzt nur wenig, Aktien und Immobilien hat er unterdurchschnittlich oft. Aber das ist häufig noch unproblematisch, weil er jünger ist. Da er mit seinem Einkommen im oberen Durchschnitt liegt, verspricht auch seine gesetzliche Rente – Stand heute – eher Durchschnitt: 1400 bis 1800 Euro.

Das sollte der Samstagsshopper tun
Der Samstagsshopper neigt zu kurzfristigen Aktionen, das ist sein größtes Risiko. Seine dringlichste Aufgabe ist das kontinuierliche Sparen. Ein Fonds- oder Riester-Fondssparplan mit monatlichen Einzahlungen am Monatsanfang ist wie gemacht für ihn. Wer etwa ab Mitte 30 monatlich 200 Euro in einen Riester-Fondssparplan einzahlt, erhält nach Renteneintritt bis zum Lebensende im besten Fall einen mittleren dreistelligen Betrag pro Monat als Zusatzrente.

Alternativ wäre ein Fondssparplan, der es im selben Zeitraum bei einer Rendite von acht Prozent auf ein kleines Vermögen von immerhin 214.000 Euro bringen würde. Solche Anlagen entsprechen grundsätzlich dem Bedürfnis des Samstagsshoppers, sich nicht mehr groß darum kümmern zu müssen, wenn er sie einmal abgeschlossen hat. Damit hätte er eine Zusatzrente von knapp 900 Euro pro Monat.


Die Etablierten

So denkt der Etablierte
Die Etablierten haben es geschafft: Hinter ihnen versammeln sich die akademisch geprägten Milieus der Konservativ-Etablierten und Liberal-Intellektuellen. Sie sind zwischen 30 und 69 Jahre alt und die Elite des Landes.

Das besitzt der Etablierte
Als Top-Verdiener sind die Mitglieder dieser Gruppe die absoluten Vorsorgekönige: Ob Aktien oder Immobilien, ob Riester-Vertrag oder Tagesgeld, sie haben fast alles überdurchschnittlich oft. Zudem können sie mit den höchsten Renten rechnen – wer sich aus dieser Gruppe heute in den Ruhestand verabschiedet, kann mit einer Rente von um die 2500 Euro pro Monat rechnen.

Das sollte der Etablierte jetzt tun
Trotz dieser guten materiellen Ausstattung wird auch der Etablierte im Ruhestand ohne zusätzliches Vermögen seinen Lebensstandard einschränken müssen. In diesem Milieu geht es aber darum, das Ersparte besser zu verteilen. Das Problem: Wer viel Geld verdient, kann viel Geld vergeuden. So trauen sich die Etablierten auch ausgefallenere Anlagen zu. Sie besitzen viele geschlossene Immobilienfonds, nicht selten auch Edelmetalle. Standardware wie passive ETF-Fonds auf den Dax sind zwar langweiliger, entsprechen aber viel eher ihrem Sicherheitsbewusstsein.

Wer etwa mit Anfang 40 für 25 Jahre monatlich 350 Euro in einem ETF anlegt, erspart damit bei acht Prozent Durchschnittsrendite fast 250.000 Euro nach Kosten und Steuern. Bei 20 Jahren Lebenserwartung nach Renteneintritt ergibt sich so eine Zusatzrente von gut 1000 Euro pro Monat.