VG-Wort Pixel

Aktien Was die Börsenneulinge von 2022 dieses Jahr erwartet

Porsche legte einen gelungenen Börsengang in Frankfurt hin
Porsche legte einen gelungenen Börsengang in Frankfurt hin
© picture alliance/dpa | Boris Roessler
2022 gab es deutlich weniger IPOs als in den Jahren davor. Dennoch betraten einige spannende Kandidaten das Börsenparkett. Was erwartet die Börsenneulinge im neuen Jahr?

Die IPO-Landschaft sah im vergangenen Jahr deutlich karger aus als noch 2021. Zeitungen und Nachrichtenportale betiteln 2022 sogar als „das Jahr der abgesagten Börsengänge“. Das ernüchternde Fazit kommt nicht von ungefähr: Tatsächlich haben weltweit laut Zahlen der Wirtschaftsprüfer von EY nur 1333 Unternehmen das sogenannte Initial Public Offering (IPO) vollzogen. Das sind 45 Prozent weniger als 2021. Das Emissionsvolumen sank um insgesamt 61 Prozent, auf 180 Mrd. US-Dollar. Doch nur weil es deutlich weniger waren als in den Jahren zuvor, bedeutet das noch lange nicht, dass sich 2022 keine spannenden Unternehmen aufs Parkett gewagt hätten. Einige der IPOs aus dem alten Jahr könnten sich in den kommenden Monaten zu besonders vielversprechenden Positionen entwickeln.

Das britische Unternehmen Haleon hat Anlegerinnen und Anlegern im Juli 2022 den größten Börsengang in Europa seit einem Jahrzehnt beschert. Das Unternehmen entstand 2019 aus einer Fusion der Sparten für rezeptfreie Medikamente der Pharmagiganten GlaxoSmithKline (GSK) und Pfizer. Das Börsendebut an der London Stock Exchange startete für Haleon mit einem Preis pro Aktie von 3,30 Pfund (3,75 Euro) und damit mit einer Marktkapitalisierung von insgesamt 31 Mrd. Pfund (rund 35 Mrd. Euro). Auch wenn die Papiere aktuell weniger gut performen – der Kurs liegt derzeit bei 3,23 Pfund und damit knapp unter dem Einstiegspreis – könnte sich ein Investment in Haleon langfristig dennoch lohnen. Welches Potenzial in dem Unternehmen steckt, zeigt unter anderem das Übernahmeangebot von Unilever: Der Pharmakonzern hatte vor dem IPO umgerechnet 58 Mrd. Euro für Haleon geboten. GSK-Chefin Walmsley lehnte jedoch ab. Pfizer hält weiterhin 32 Prozent an Haleon, GSK 13,5 Prozent.

Analysten uneins bei Porsche

Mit Porsche hat auch ein deutsches Unternehmen im Vorjahr den Schritt an die Börse gewagt. Ende September 2022 brachte der Volkswagenkonzern die Sportwagen-Tochter Porsche auf das Frankfurter Börsenparkett. Der Ausgabepreis lag bei 82,50 Euro, mittlerweile notieren die Titel bei 94,80 Euro. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für Porsche AG zuletzt anlässlich einer Investorenkonferenz zur europäischen Autoindustrie auf „Buy“ mit einem Kursziel von 120 Euro belassen. Der Grundtenor in den Präsentationen sei mit Blick auf 2023 vorsichtig optimistisch gewesen, schrieb Goldman-Analyst George Galliers. Das kommende Jahr dürfte von einer Verbesserung des Halbleiterangebots und dem Bestreben, das Preis-Mix-Verhältnis aufrechtzuerhalten, geprägt werden. Der Inflationsdruck sollte bei den Herstellern nachlassen, bleibe aber wohl ein Problem für die Zulieferer.

DZ-Bank Analyst Michael Punzet ist in seiner Prognose hingegen deutlich zurückhaltender und belässt die Papiere der Porsche AG auf „Halten“ mit einem Zielwert von 94 Euro. Dank Porsches Fokus auf das Luxussegment sieht Punzet die Geschäftsentwicklung weiterhin weniger von der allgemeinen Konjunktur abhängig als bei anderen Autoherstellern. Zudem profitiere der Sportwagenbauer ungebrochen von der Zusammenarbeit mit dem VW-Konzern.

Besonders zukunftsträchtig scheint zudem das Geschäftsmodell von Mobileye. Das Unternehmen aus Israel ist eine Tochter des Halbleiterherstellers Intel und entwickelt optische Sensorensysteme, die der Fahrassistenz dienen. Einer der Mobileye-Kunden: Volkswagen. Das Debut an der Nasdaq erfolgte im vergangenen Oktober mit einem Ausgabepreis von 21 US-Dollar. Mittlerweile ist der Preis pro Aktie auf mehr als 32 US-Dollar geklettert. Im ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen gab Mobileye an, dass der Gesamtumsatz im dritten Jahresviertel 2022 um 38 Prozent auf 450 Mio. US-Dollar gestiegen ist. Analysten hatten nach Angaben von Refinitiv mit weniger, nämlich 447 Mio. Dollar gerechnet.

Mehr zum Thema

Neueste Artikel