GeldanlageVermögensverwalter: Sieger aller Klassen

Maik Bolsmann
Maik BolsmannPR

Köln: B&K Vermögen

Neueste Technik nutzt Maik Bolsmann gern, aber „der Mensch ist immer noch der beste Computer“, ist eine Devise des Gründers von B&K Vermögen für die 238 Depots seiner Kunden. Der Kölner erzielt fünf Sterne in den Depotklassen ausgewogen und chancenorientiert. Er hat eine etwas niedrigere Direktinvestitionsquote, trifft aber „die Fondsauswahl kosteneffizient und qualitätsorientiert“, sagt Andreas Ritter, „die Produktauswahl ist gelungen“. Auffällig: „Die Umschichtungsquoten sind in allen Risikoklassen überdurchschnittlich“, das bedeutet zwar höhere Transaktionskosten, „könnte aber durchaus für ein aktives Portfolio- und Risikomanagement sprechen.“ Die B&K-Portfolios haben eine gute bis sehr gute Struktur und hohe Liquiditätsquoten. Das macht sie robust in Stresszeiten.

Osnabrück: Spiekermann & Co.

Thomas Acker
Thomas Acker

„Die Aktienkurse ändern sich – aber unsere Berater bleiben“, das ist ein Leitsatz von Thomas Acker, Geschäftsführer von Spiekermann & Co in Osnabrück. Die meisten Berater sind schon seit 18 Jahren in der Firma, die „personelle Kontinuität“ ist also hoch. Konstanz in den über 1000 Depots ist ihm mindestens genauso wichtig: „Wir sind vom Grundsatz her eher zurückhaltend unterwegs“, sagt Acker. Das heißt aber beileibe nicht, dass Spiekermann nicht auch dynamischer kann: Jeweils fünf Sterne gab es in den Depotklassen ausgewogen und chancenorientiert. Insgesamt lieferten die Osnabrücker sehr konsistente Noten ab. „Im Hinblick auf die Portfoliostruktur sind sie zwar eher durchschnittlich“, sagt Andreas Ritter vom IVA. Doch ihre Stärke liegt eindeutig bei den Kosten, sie haben hohe Direktinvestitionsquoten und verwenden viele Einzeltitel. Zudem „ist eine sehr hochwertige Umsetzung der Portfolios auf Produktebene erkennbar“. Aktive Fonds werden qualitätsorientiert beigemischt, Retailprodukte konsequent gemieden.

Rodenbach: Grüner Fisher Investments

Torsten Reidel
Torsten Reidel

Sehr gut in den Extremen ist Grüner Fisher Investments: fünf Sterne für die konservativen und die Chancendepots. „Insgesamt gibt es bei der Portfoliostruktur keine erkennbaren Schwächen“, sagt Andreas Ritter, „in den chancenreichen Depots ist die Produktumsetzung sogar exzellent“, dafür gab es die Höchstnote. Direktinvestments bevorzugt Geschäftsführer Torsten Reidel. Das hält die Kosten klein. International wird breit gestreut.

Kempten: BV&P Vermögen

Anton Vetter
Anton Vetter

Klettert man am Firmensitz Kempten auf einen Gipfel, sieht man das Einzugsgebiet von BV&P Vermögen: Es reicht vom Allgäu nach Österreich und in die Schweiz. Viele Unternehmer aus dem Dreiländer­eck berät Anton Vetter mit seinem Team, entsprechend klassisch sind sie aufgestellt: Fünf Sterne bekommt BV&P für seine konservativen und ausgewogenen Depots. Hätten die Kemptener sich nicht kleine Schwächen beim Chancendepot geleistet, hätten sie sogar noch eine dritte Bestnote erzielt. Das konservative Depot ist klar ihre Stärke. Sie punkten mit „niedrigen Kosten und einer überdurchschnittlichen Direktinvestitionsquote“, lobt IVA-Direktor Ritter. Wie sehr Kosten und Provisionen auf die Performance durchschlagen, hätten die Kunden spätestens in der Finanzkrise 2008 erkannt, sagt BV&P-Gründungspartner Anton Vetter, „wir beraten seit Firmengründung 2007 ausschließlich auf Honorarbasis und leiten alle Bestandsprovisionen an unsere Kunden weiter“. Die Allgäuer strukturieren die Portfolios sehr gut und streuen die Einzeltitel extrem breit, „im Mittel werden über 1 000 Einzelwerte je Depot eingesetzt“, auch bei Fonds. Gelegentlich bleibt aber die Produktumsetzung hinter der sehr guten Struktur zurück. Ihre Stärke ist das Risikomanagement, das macht die Depots sehr robust.

Berlin: Liqid Asset Management

Christian Schneider-Sickert
Christian Schneider-Sickert

Wer meint, digitale Vermögensverwaltung habe Schwächen, den belehrt Liqid eines Besseren. Die Berliner erhielten als Einzige fünf Sterne in allen Depotkategorien und überwiegend Bestnoten in den Einzelbewertungen. Liqid räumt nach dem Sieg im Robo-Advisor-Test von Capital (8/2019) auch bei den Vermögensverwaltern ab, warum auch hier? Weil sich die Berliner als „digitale Alternative zur Privatbank“ verstehen, sagt Mitgründer Christian Schneider-Sickert. Die Digitalplattform greift auf das Investmentteam von HQ Trust zurück, die Manager des Vermögens der Familie Harald Quandt. Per Mail und Telefon seien jederzeit Berater erreichbar. Auffällig gut sind die konservativen und ausgewogenen Depots. Kleine Schwächen leistet sich Liqid nur beim Risikomanagement, vermutlich wegen der regionaleren Struktur seiner Depots. „Die Produktauswahl ist konsequent qualitätsorientiert“, sagt Andreas Ritter, „Retailprodukte werden nahezu vollständig vermieden.“ Die Umschichtungsquote ist mittel, die Kosten klein. Markant ist: In einigen Depots stecken fast nur ETFs, in anderen fast nur Aktivfonds. „Wir sind agnostisch in der Frage, bei uns entscheiden die Kunden selbst“, erklärt Schneider-Sickert.