MischfondsSchwankende Fonds-Stars

Flexible Mischfonds sind die Königsklasse unter den Multi-Asset-Produkten. Ihre Manager unterliegen bei den Investmententscheidungen kaum Beschränkungen, sie dürfen in der der Regel ohne feste Quoten in Aktien und Renten investieren. Investmentboutiquen können mit dieser Freiheit offenbar auf lange Sicht besser umgehen als Manager großer Fondshäuser. Unter den zehn besten global investierenden flexiblen Mischfonds der vergangenen drei Jahre finden sich kaum Produkte großer Anbieter.

Der Sieger-Fonds stammt von Jabre Capital Partners, einem Schweizer Vermögensverwalter, der auf alternative Anlagestrategien spezialisiert ist. Die Wertentwicklung des „JABCAP Global Balanced“ illustriert, worauf sich Anleger bei flexiblen Mischfonds einlassen: Sie können mit den Produkten hohe Renditen einfahren, müssen aber auch mit entsprechend hohen Risiken rechnen. So legte der Jabre-Fonds zwar in den vergangenen drei Jahren um rund 18 Prozent pro Jahr zu. Der sogenannte Maximum Drawdown, der höchste zwischenzeitliche Verlust, ist allerdings enorm: In den vergangenen fünf Jahren stand der Fonds zeitweise mehr als 40 Prozent im Minus. Im laufenden Jahr steht ein Minus von 4,5 Prozent zu Buche.

Hoher Aktienanteil

Seit Januar hat sich der „Global Opportunities HAIG WorldSelect“ unter den Top Ten am besten geschlagen, ein Fonds der Privatbank Hauck & Aufhäuser. Er ist derzeit zu rund 67 Prozent in Aktien investiert, mit einem Schwerpunkt auf Titeln aus Japan und den USA. Daneben finden sich im Portfolio andere Fonds, Derivate und Liquidität – Anleihen spielen für das Fondsmanagement derzeit keine Rolle.

Am zweitbesten schnitt seit Januar ein Produkt eines großen Anbieters ab. Der Fonds mit dem komplizierten Namen „PWM Vermögensmandat DWS High Conviction Equity“ wurde von der Deutschen Bank für vermögende Privatkunden aufgelegt. Er darf zwischen null und hundert Prozent in Aktien investieren und nutzt diese Quote derzeit voll aus: Aktien stellen 98 Prozent des Portfolios, vor allem Titel aus Deutschland und Frankreich.

Die Anlegerlieblinge unter den flexiblen Mischfonds wie der „FvS Multiple Opportunities“ des Vermögensverwalters Flossbach von Storch – nicht zu verwechseln mit dem „Multi Opportunities“, hinter dem sich ebenfalls die Deutsche Bank verbirgt – sind weit abgeschlagen. Der Flossbach-Fonds dürfte darunter gelitten haben, dass er Gold im Portfolio hat, außerdem viele Aktien von US-Unternehmen – ohne Währungsabsicherung. Der schwächelnde Goldpreis und der starke US-Dollar dürften der Performance nicht gutgetan haben.