KryptowährungStreit um die Zukunft des Bitcoin

Bitcoin-Darstellung
Von ihrem Tief hat sich die Kryptowährung Bitcoin wieder erholt

Der Absturz des Bitcoin, der Ende vergangenen Jahres für Aufregung sorgte, scheint vorerst gestoppt. Seit Anfang Februar ist der Kurs der Kryptowährung wieder leicht gestiegen, von rund 5500 auf zuletzt 8100 Euro je Bitcoin. Mitte Dezember 2017 hatte der Kurs noch bei mehr als 15.000 Euro gestanden. Ob dieser Rekordstand bald wieder erreicht ist, lässt sich nicht sagen. Die wilden Kursschwankungen der Digitalwährung machen Prognosen unmöglich.

Bitcoin-Kurs (Bitcoin/Euro) Währung

BTC/EUR (Bitcoin / Euro) Währung Chart
Kursanbieter: Bitcoin.de

Trotz des Absturzes Ende 2017 ist der Bitcoin-Boom ungebrochen. Im März 2016 befanden sich weltweit rund 15 Millionen Bitcoins im Umlauf, im Januar 2018 waren es bereits rund 17 Millionen, meldet der Maklerservice transparent-beraten.de. Profi-Spekulanten nehmen die digitalen Münzen zunehmend ins Visier. So hat sich die Zahl der Hedgefonds, die auf Kryptowährungen wetten, in den vergangenen vier Monaten mehr als verdoppelt. Weltweit gibt es inzwischen rund 225 solcher Produkte, die zusammengenommen rund 5 Mrd. US-Dollar verwalten.

Streit über Regulierung

Einer der Hauptstreitpunkte auf dem wachsenden Krypto-Markt ist die Frage, ob man Bitcoin und andere Digitalwährungen stärker regulieren sollte. Auf der einen Seite stehen die Aufsichtsbehörden, die den Kryptowährungsboom mit Sorge betrachten und den Markt gern unter Kontrolle bekommen würden. Investmentgesellschaften leisten Schützenhilfe: Viele von ihnen würden gern Bitcoin-Fonds für Privatanleger auf den Markt bringen, scheuen aber vor regulatorischen Problemen zurück. Auf der anderen Seite stehen all jene, die darauf hinweisen, dass Anarchie ein Wesenselement von Kryptowährungen darstelle. Ein Gedanke hinter deren Entwicklung war schließlich, eine Alternative zum etablierten und von den Zentralbanken überwachten Geldsystem zu schaffen.

Die US-Börsenaufsicht SEC forderte jüngst neue Gesetze und Instrumente, die es ihr gestatten würden, Digitalwährungen unter Kontrolle zu halten. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin wiederum prangert an, dass bislang keine staatliche Regulierung für den Einsatz virtueller Währungen als Zahlungsmittel existiert. Das könnte man als Aufforderung an die Politik verstehen, Abhilfe zu schaffen. Bislang scheint sich allerdings keiner der Marktwächter zuständig zu fühlen. So erteilte Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), einer Regulierung von Kryptowährungen durch die Notenbank zuletzt eine Absage. Diese Aufgabe falle nicht in die Verantwortlichkeit der EZB, erklärte er.

Einen ersten Schritt zu mehr Transparenz auf dem Krypto-Markt hat Anfang des Jahres eine kleine Ratingagentur aus Florida unternommen. Weiss Ratings bietet neuerdings Bonitätsbewertungen für virtuelle Währungen an. Bitcoin schneidet mit der Ratingnote C+ nur befriedigend ab. Die zweitgrößte Kryptowährung Ether wurde mit der Note B etwas besser bewertet.

Für Otto Normalanleger sind Bitcoins und damit verbundene Futures und Fonds ein absolutes No-Go

Lars Reiner

In der Krypto-Community wächst die Sorge, dass Banken den Aufsichtsbehörden zuvorkommen und dem Handel mit virtuellen Münzen einen Dämpfer versetzen könnten. So kündigte die britische Lloyds Bank Anfang Februar an, den Kauf von Kryptowährungen mit bankeigenen Kreditkarten zu unterbinden. Von dem Verbot seien weltweit rund neun Millionen Kunden betroffen, schätzt Mati Greenspan, Analyst der Social-Trading-Plattform eToro. „Das könnte die erste einer Reihe von Banken-Maßnahmen sein, um die Konkurrenz durch Kryptowährungen zu unterbinden“, sagt er.

Für Anleger, die sich regulierte Krypto-Produkte wünschen, bleibt es spannend. Sie sollten sich allerdings fragen, ob ein Bitcoin-ETF – das am häufigsten diskutierte Krypto-Produkt – überhaupt sinnvoll sei, sagt Lars Reiner, Geschäftsführer des Online-Vermögensverwalters Ginmon. Seiner Einschätzung nach wären Bitcoin-ETFs für langfristig orientierte Privatanleger nämlich keine gute Idee. Die Produkte würden das Anlegergeld nicht sonderlich breit streuen, überdies bergen virtuelle Währungen ein enormes Blasen-Potenzial. „Für Otto Normalanleger sind Bitcoins und damit verbundene Futures und Fonds ein absolutes No-Go“, so Reiner.