SolarenergieSonnige Aussichten für Solaraktien

Solaranlage auf dem Bosch-Parkhaus Stuttgart
Solaranlage auf dem Bosch-Parkhaus StuttgartIMAGO / Horst Rudel

Wind und Wetter spielen nicht nur bei der Urlaubsplanung eine wichtige Rolle. Auch wenn es um erneuerbare Energien geht, sind natürliche Ressourcen wichtiger Teil einer klimafreundlichen Zukunft. Dabei gewinnt auch die Solarstromerzeugung immer stärker an Bedeutung. So sehen etwa die Pläne der US-Regierung vor, dass der Stromsektor ab 2035 keine Treibhausgase mehr ausstoßen soll. Laut einer Untersuchung des US-Energieministeriums soll Solarenergie zu diesem Zeitpunkt rund 40 Prozent des benötigten Stroms liefern können. Dafür muss allerdings noch einiges passieren: Die Ausbaugeschwindigkeit müsste sich bis 2030 vervierfachen. Erste Mittel für das Mammutprojekt sollen mit dem 1,2 Billionen US-Dollar schweren Infrastrukturpaket bereitgestellt werden, das allerdings noch vom Kongress gebilligt werden muss.

Auch in Deutschland träumen viele Menschen vom eigenen Strom aus der Solaranlage, laut einer Erhebung der Interhyp sind es ganze 44 Prozent der Deutschen. Allerdings verwandeln bisher nur zehn Prozent tatsächlich die Dachsonne in Strom. Im Jahr 2019 betrug der Anteil des Solarstroms am Brutto-Stromverbrauch in Deutschland laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE lediglich 8,2 Prozent. Zwar ist die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen im ersten Halbjahr 2021 laut den aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur (BNetzA) um 22 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum gewachsen. Doch Branchenexperten bemängeln, dass der Ausbau weiterhin viel zu langsam von statten geht.

Die Politik muss Gas geben, der Druck die Klimaziele zu erreichen steigt. Das Thema prägt auch den Wahlkampf zu den Bundestagswahlen. Analysten der DZ-Bank, darunter Tobias Gruber, haben sich die Wahlprogramme hinsichtlich der vorgesehen Investitionen in erneuerbare Energien genauer angeschaut. Die Union möchte den Ausbau erneuerbarer Energien fördern und setzt dabei unter anderem auch auf grenzüberschreitende Kooperationen und Bürokratieabbau, wobei konkrete Zielvorgaben offengelassen werden. Die SPD strebt eine komplette Umstellung auf erneuerbare Energien bis spätestens 2040 an, wobei verbindliche Ausbauziele zwischen Bund, Ländern und Kommunen vorgegeben werden sollen. Zudem sieht das Wahlprogramm die Förderung von Projekten mit einer Beteiligung von Bürgern und Kommunen vor.

Die Grünen beabsichtigen wiederum, bis 2035 komplett auf erneuerbare Energien umzusteigen. „Im Gegensatz zur SPD wurden im Wahlprogramm bereits verbindliche Ausbauziele auf Bundesebene vorgegeben“, schreiben die DZ-Bank-Analysten. So beträgt beispielsweise das Ausbauziel bei Solarenergie zehn bis zwölf Gigawatt jährlich, was einer Verdoppelung des momentanen jährlichen Ausbaus entspräche. „Vor diesem Hintergrund fordern SPD und Grüne den verpflichtenden Bau von Solardächern bei dafür geeigneten öffentliche Gebäuden und gewerbliche Neubauten“, heißt es in dem Bericht. Die Grünen erweitern diese Forderung noch allgemein um Neubauten und gewerbliche Gebäude.

So können Anleger profitieren

Von zunehmenden globalen Investitionen in die Solarenergie dürften nicht nur die Produzenten von Photovoltaikanlagen profitieren. Auch Anleger können an der Modernisierung der Stromnetze verdienen. Dabei können sie auf verschiedene Player setzen. Die Branche lässt sich grob in folgende Bereiche einteilen: Hersteller des Rohstoffs Polysilizium, der für die Fertigung der Solarmodule benötigt wird, die Hersteller dieser Module, die Wechselrichterproduzenten, die Solaranlagen-Projektierer und -betreiber sowie Maschinenbauer, die die entsprechenden Fertigungsanlagen herstellen.

Aus Deutschland kommt etwa der Wechselrichterhersteller SMA Solar. Er ist einer der umsatzstärksten Player in dem Segment. Wechselrichter übernehmen unter anderem die Umwandlung von Solarstrom in Wechselstrom. Zuletzt hatte SMA Solar mit anhaltenden Engpässen in der Lieferkette zu kämpfen und musste sogar die Prognose für das Gesamtjahr nach unten anpassen. Daraufhin sackte auch die Aktie des Unternehmens ab.

SMA Solar Technology Aktie

SMA Solar Technology Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

Besser läuft es für Jinko Solar, einen Solarmodul-Hersteller aus China. Die Titel legten in den vergangenen zwölf Monaten um fast 100 Prozent zu. Allerdings ging der Umsatz im zweiten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozent auf 1,23 Milliarden US-Dollar zurück. Die größte Baustelle des Konzerns ist die Profitabilität. Die Bruttomarge sank zum Vorjahr um 80 Basispunkte auf 17,1 Prozent, die operative Marge ging um 60 Basispunkte auf 4,5 Prozent zurück. Dennoch konnte der Konzern unter dem Strich die Erwartungen der Marktexperten schlagen.

Neben Jinko Solar zählen First Solar aus den USA und Canadian Solar zu den größten Herstellern von Solar-Modulen. Auch Elon Musks Elektroautohersteller Tesla ist mittlerweile in das Solargeschäft eingestiegen. Das Unternehmen hat vor fünf Jahren die Ökostromfirma SolarCity übernommen und damit in die Installation von Solarsystemen eingestiegen. Zu dieser Kategorie gehört auch Sunrun. Das US-Unternehmen verkauft und least Solaranlagen an Verbraucher und Firmen und installiert diese vor Ort. Die Aktie von Sunrun entwickelt sich allerdings schon seit Jahresbeginn abwärts.