GeldanlageRevolutiönchen bei Gebühren für aktive Fonds

Der Index als Benchmark für die Höhe der GebührenGetty Images

Der Fondsanbieter Fidelity hat sein Gebührenmodell umgebaut. Bei seinen aktiv verwalteten Aktienfonds hat er die fixe jährliche Managementgebühr gesenkt und um eine variable Komponente ergänzt. Wenn ein Manager nach Kosten seinen Vergleichsindex schlägt, bittet Fidelity Anleger künftig stärker zur Kasse. Schneidet er dagegen nur so gut ab wie die Benchmark oder gar schlechter, müssen Investoren weniger zahlen als bisher. Das neue Gebührenmodell soll das alte ergänzen, nicht ersetzen. Kunden können sich zwischen beiden Varianten entscheiden. „Wir wollen mit der Neuregelung demonstrieren, dass wir bei unseren aktiv gemanagten Strategien unser Bestes geben“, sagt Fidelity-Chef Brian Conroy.

Die Konkurrenz durch günstige börsengehandelte Indexfonds (ETFs) setzt Anbietern aktiv verwalteter Produkte immer stärker zu. „Der Kostendruck im Asset-Management steigt“, sagt Christian Graf, Experte von Bain & Company und Co-Autor einer Studie über die Zukunft des Asset-Managements: „In wenigen Jahren werden sich Publikumsfonds im Schnitt mit einer Kostenquote von einem Prozent begnügen müssen.“ Derzeit liegen die Kosten je nach Fondsgattung noch deutlich höher.

Variable Gebührenmodelle

Mehrere Investmenthäuser, darunter Fidelity und Franklin Templeton, haben sich den Wettbewerb mit ETFs zuletzt sogar direkt ins Haus geholt, indem sie in das Geschäft mit Indexfonds eingestiegen sind. Kein Wunder, dass sie nun nach Gebührenmodellen suchen, die den Unterschied zwischen aktiven und passiven Produkten stärker betonen sollen.

Branchenkenner halten variable Gebührenkomponenten bei aktiv verwalteten Fonds für einen Schritt in die richtige Richtung. Wenn die Kosten eines Fonds an seine Wertentwicklung gekoppelt seien, schauten Anleger eher auf die Leistung des Fondsmanagers als nur auf den Preis, urteilen Experten der EDHEC Business School. In der Folge bemühten sich Investmenthäuser bei ihren Fonds Studien zufolge um eine höhere Qualität.

Variable Gebührenmodelle könnten tatsächlich Schule machen. In den USA testet Allianz Global Investors (AGI) seit einigen Wochen einen ähnlichen Ansatz, wie ihn Fidelity nun in Deutschland einführt. Für drei Aktienfonds wird nur noch eine Minimal-Gebühr in Höhe von 0,05 Prozent fällig. Es sei denn, die Fondsmanager schlagen den US-Aktienindex S&P 500: In diesem Fall verlangt AGI 20 Prozent des Mehrertrags. Investoren sollen also nur zahlen, wenn die Fonds einen Mehrwert gegenüber dem Index bieten – und damit auch gegenüber passiven Index-Trackern.

Erfolgsgebühren schmälern Rendite

Der US-amerikanische Asset-Manager Alliance Bernstein experimentiert ebenfalls mit einem erfolgsabhängigen Gebührenmodell. Seit Anfang dieses Jahres zahlen US-Anleger auch dort für mehrere Fonds nur noch eine Mini-Gebühr, zuzüglich einer variablen Komponente bei Übertreffen der Benchmark. Im Fachjargon heißt ein solches Modell, bei dem die Gebühren eines Fonds je nach Performance mal höher und mal niedriger ausfallen, Fulcrum Fee.

Variable Gebührenkomponenten sind in der Fondsbranche nichts Neues. Bislang halten viele Investmentgesellschaften allerdings an einer Variante fest, die die Renditechancen ihrer Kunden empfindlich schmälern kann: Sie verlangen Erfolgsgebühren, wenn ein Fondsmanager seinen Vergleichsindex übertrifft, ohne im Gegenzug die Basisgebühr zu senken. Gelingt es dem Manager nicht, seine Benchmark zu schlagen, sind Anleger in diesem Fall mit einem Indexfonds besser bedient. Durch den schärferen Wettbewerb könnten solche Performance Fees bald der Vergangenheit angehören.