InflationLBBW-Chef Neske: „Es gibt eine Bereitschaft, höhere Preise zu akzeptieren“

Die LBBW überprüft das eigene Kreditportfolio mit Blick auf den CO2-Ausstoß.IMAGO / Arnulf Hettrich

Rainer Neske, Vorstandsvorsitzender der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), erwartet nicht, dass die Inflation im kommenden Jahr weiter in die Höhe schießt. Das sagte er am Mittwoch vor Journalisten in Frankfurt. Eine steigende Inflation sei kein Naturgesetz. Trotzdem warnt er vor zu viel Sorglosigkeit: „Die Inflation wird in ihrer Explosionswirkung unterschätzt“, sagt er.  

Derzeit beobachtet er in der deutschen Bevölkerung eine Bereitschaft, höhere Preise zu akzeptieren. Die Notenbanken, so Neske, sollten trotzdem dämpfend auf die Entwicklung einwirken.  

In Sachen Nachhaltigkeit hat Neske in den letzten 1,5 Jahren einen „psychologischen Durchbruch“ beobachtet. „Man hat das Gefühl, dass der Klimawandel unser wichtigstes Problem geworden ist“, sagt er. Dabei sieht er auch die Banken in der Verantwortung. „Die Transformation der Wirtschaft ist eine Jahrhundertaufgabe, für die wir keine hundert Jahre Zeit haben“, sagt er.  

Die LBBW analysiere bereits das eigene Kreditportfolio mit Blick auf die CO2-Bilanz. Wer klimaschädlich agiert, muss gegebenenfalls mit steigenden Kreditzinsen rechnen. Neske betont aber auch, dass viele Mittelständler in der Transformation schon „gut dabei“ seien. Von der Politik fordert er nun klare Rahmenbedingungen: Die Industrie brauche Berechenbarkeit.