HalbleiterbrancheIntel, AMD und Nvidia – so stark wie selten zuvor

AMD-CEO Lisa Su
AMD-CEO Lisa Su auf der CES 2020 in Las Vegasdpa

Der Philadelphia Semiconductor Index mit Titeln wie Intel, AMD, Nvidia, Micron oder Cirrus Logic legte 2019 um rund 60 Prozent zu – die stärkste Wertentwicklung seit 2009, als der Index um fast 70 Prozent gestiegen war. Dabei war das Umfeld nicht einfach, viele Unternehmen aus dem Sektor meldeten Einbußen bei Gewinn und Umsatz. Der Semiconductor Industry Association zufolge sank der Umsatz 2019 um fast 13 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang seit 2009.

Hierzu hat auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China beigetragen. Denn im Jahr 2018 wurden vorsorglich riesige Lagerbestände aufgebaut, um Nachteile aus möglichen China-Zöllen auf Speicherchips abzufedern. „Diese Lagerbestände wurden 2019 aufgebraucht und entsprechend optimistisch ist daher die Branche für das Jahr 2020“, erläutern die Analysten der Social-Trading-Plattform Etoro. „Hinzu kommt, dass die unterschiedlichsten Produkte durch intelligente Hardware mit einem entsprechenden Chip stark nachgefragt werden.“

Breite Chip-Anwendungen

Sie kommen Branchenstatistiken zufolge bei Künstlicher Intelligenz (KI), in Smartphones mit dem neuen 5G-Standard sowie in Automobilen bereits zum Einsatz. Das verspricht auch für 2020 Chancen für den Sektor. Für die zahlreichen Anwendungen werden leistungsfähigere und schnellere Chips benötigt. AMD hat mit seiner neuen Chip-Generation bereits gezeigt wie erfolgreich man damit sein kann. Mit neuen 7-Nanometer-Chips hat AMD dem Wettbewerber Intel Marktanteile abjagen können und sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn im vergangenen Jahr kräftig zugelegt. Daher hat die Aktie im Semiconductor Index mit einem Plus von 148 Prozent am besten abgeschnitten. Hier bietet sich der Turbo-Bull VE3QB9 mit Hebel 3 an.

AMD Aktie

AMD Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RTNicht ganz so stark mit einem Plus von 76 Prozent war Nvidia, doch auch hier ist ein Turbo-Bull mit WKN KA4FE3 das passende Zertifikat für Bullen. Nach vier Quartalen mit rückläufigen Umsätzen prognostiziert der Chip-Hersteller für 2020 wieder ein positives Umsatzwachstum. Der Einbruch des Kryptowährungs-Marktes hat bei Nvidia für eine rückläufige Nachfrage nach den bei Krypto-Minern so beliebten Grafikkarten gesorgt, ein Schwerpunkt des Unternehmens. Derzeit fokussiert sich Nvidia auf Chips für Datenzentren, die KI einsetzen sowie auf die Spielebranche, in der Nvidia ohnehin durch seine Grafikkarten eine herausragende Marktstellung hat.

Harter Wettbewerb

Datenzentren mit ihrem Cloud-Geschäft sind auch für AMD und Intel ein attraktiver Markt, auf dem sie sich engagieren. Intel will dabei seine 10-Nanometer-Chips der nächsten Generation bald vorstellen. Dabei geht es um eine noch schnellere Datenbearbeitung mit Hilfe von KI. Intel ist trotz der verlorenen Marktanteile immer noch die Nummer eins auf dem Markt für Mikroprozessoren, die auch in schnellen Superrechnern zum Einsatz kommen. Auch wenn die Intel-Aktie sich 2019 im Vergleich zum Branchenindex mit rund 30 Prozent nur unterproportional entwickelt hat, kann sich das Plus immer noch sehen lassen. Mit MF9894 setzen Anleger auf eine positive Entwicklung dieses „Nachzüglers“.

 


Daniel Saurenz betreibt das Finanzportal Feingold Research. Auf capital.de schreibt er regelmäßig als Kolumnist über Geldanlage-Themen.