FondsFonds im Fokus - Fidelity China Focus

Der Fonds

China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Für Schwellenländer-Investoren sind chinesische Aktien ein Muss im Portfolio, trotz der zuletzt durchwachsenen Wirtschaftsentwicklung im Reich der Mitte. Der Fonds Fidelity China Focus, aufgelegt im Jahr 2003 vom Investmenthaus Fidelity, investiert ganz klassisch in wachstumsstarke Aktien aus China und Hongkong – ohne komplizierte Strategie. Damit war Fondsmanagerin Jing Ning in den vergangenen Jahren erfolgreich. Sowohl kurz- als auch langfristig gelang es ihr, ihren Vergleichsindex zu schlagen. Auf Zehnjahressicht hat der Fonds im Schnitt um 10,6 Prozent pro Jahr an Wert zugelegt und damit die meisten anderen China-Aktienfonds auf dem deutschen Markt hinter sich gelassen.

Stärken

Schwellenländer-Anlagen sind vergleichsweise riskant. Wer per Investmentfonds in Emerging Markets investieren will, sollte deshalb darauf achten, dass der Fondsmanager über Erfahrung verfügt. Das ist bei Fidelity-Fondsmanagerin Ning der Fall. Sie verwaltet den Fidelity China Focus zwar erst seit 2013. Zuvor managte sie aber fünf Jahre lang einen ähnlichen Fonds beim US-Investmentriesen Blackrock, davor war sie bei AIG Investments Leiterin des Bereichs chinesische Aktien in Schanghai. Mit dem komplexen chinesischen Aktienmarkt dürfte sie sich gut auskennen.

Schwächen

Rund 37 Prozent des Fondsvermögens stecken in Aktien aus der Finanzbranche. Damit hat der Finanzsektor mit Abstand das größte Gewicht im Fonds. Das könnte sich in den kommenden Monaten als Nachteil erweisen. Chinas Banken sitzen nach Einschätzung von Marktbeobachtern auf einer großen Zahl fauler Kredite, Ökonomen sorgen sich um die Stabilität des chinesischen Finanzsystems. Es gibt zwar auch Stimmen, die sagen, dass Chinas Regierung einen Kollaps nicht zulassen wird. Trotzdem ist der hohe Anteil an Finanztiteln im Fondsportfolio ein Risiko.

Portfolio

Neben Finanztiteln haben Konsumgüter- und IT-Aktien ein großes Gewicht im Fonds. Industrie- und Grundstoffaktien sind weniger stark vertreten. Damit ist Ning für den laufenden Umbau der chinesischen Wirtschaft gut positioniert. Chinas Regierung will weg von den alten Industrien, hin zu einer Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft. Größte Einzelposition im Portfolio sind Aktien des Internet-Konzerns Tencent.

Fazit

Investments in einzelne Länder sind grundsätzlich mit Vorsicht zu betrachten. Investoren sollten nur dann spezielle Schwerpunkte setzen, wenn sie bereits über ein breit diversifiziertes Portfolio verfügen. Wer sein Kapital breit gestreut hat und zusätzlich auf das Wachstum in China setzen will, ist mit dem Fidelity-Klassiker gut bedient – sofern der Anlagehorizont stimmt: Chinesische Aktien sind kein Investment für ein oder zwei Jahre.