ZertifikateDie besten Bank-Angebote für den Börsenhandel

Die Rendite von Dachfonds ist oftmals enttäuschend
Die Rendite von Dachfonds ist oftmals enttäuschendGetty Images

2018 ist als Börsenjahr bisher ziemlich zum Vergessen. Von China bis Deutschland liegen die Börsen im Minus. Gleichzeitig bietet das Umfeld jedoch die Gelegenheit, endlich einmal nicht am Top zu kaufen, was viele Anleger psychologisch scheuen. Wer jetzt einsteigt, sollte aber gut informiert sein. Feingold Research hat für seine Leser den Emittenten auf den Zahn gefühlt und die Preisqualität, das Produktangebot sowie den Online-Auftritt bewertet. Wir fassen die Kernpunkte für Sie zusammen.

In den vergangenen Jahren hat sich das Nutzerverhalten der Anleger sehr verändert. So handeln viele nicht mehr nur klassisch über den PC, sondern verstärkt über die App auf dem Smartphone oder dem Tablet. Daher haben wir bei unserer Bewertung auch die Apps der Anbieter in die Bewertung einfließen lassen. Für jede Kategorie wurden Schulnoten von sehr gut bis ungenügend vergeben.

Besonders in einem Umfeld mit immer noch niedrigen Zinsen und zahlreichen Brokerpartnerschaften bleibt es wichtig, die Angebote zu filtern. Dabei sollte nicht allein auf die Kosten geachtet werden, sondern auch die Preise der Emittenten miteinander verglichen werden. Denn nicht immer bietet etwa ein Emittent aus einer Broker-Partnerschaft den günstigsten Preis für ein Wertpapier an. Hier gilt es unbedingt Gebühren plus Produktpreis miteinander zu vergleichen, denn es gab in diesem Jahr deutliche Unterschiede nicht nur zwischen den Angeboten der Emittenten, sondern auch zwischen den Brokern.

Serviceangebot nimmt nochmal zu

Fast allen Internetseiten der Zertifikate-Emittenten gemein ist die Fülle an Informationen. Dort unterscheiden sie sich auch merklich von vielen Fondsgesellschaften oder ETF-Anbietern, die recht wenig Service liefern. So bieten die Banken nicht nur Infos rund um die Produkte an, sondern auch zum Marktgeschehen oder anderen wichtigen Themen von Volatilitätsindizes über Devisenübersichten, Tradingtools oder Chartanalysen. An der Menüführung und Struktur mangelt es allerdings hier und da eben aufgrund der vielen Informationsangebote. Negativ heraus fallen die Landesbanken sowie die Deka-Bank als einer der größten Zertifikateanbieter. Das Informationsangebot ist im Vergleich zu führenden Anbietern wie BNP, Deutsche Bank oder Unicredit schlicht ungenügend. Doch das sind nicht die einzigen Unterschiede: So bietet nicht jeder Emittent eine spezielle Zertifikate-App an. Vontobel stellt seit kurzem ebenfalls sein Anlageuniversum per App vor.

Innovation des Jahres

In diesem Jahr hat es auch wieder eine richtungsweisende Innovation gegeben, die Cashback-Tradingapp der Hypovereinsbank. Zum ersten Mal können Anleger ihre Ordergebühren über eine App erstatten lassen. Die App ist mit allen gängigen Banken und Brokern verknüpft. Auch über die Handelsplattform Gettex bietet die Hypovereinsbank zusammen mit HSBC einen börslichen Handel ohne Maklercourtage und Börsenentgelt an. Mit der neuen Cashback-App hat die Hypovereinsbank den Sprung aufs Podium geschafft und ist Dritter des diesjährigen Emittentenchecks geworden. Punkten konnten die Münchner außerdem mit einem vielseitigen Informationsangebot sowie einem Trading-Desk für aktive Anleger, das auch in der App genutzt werden kann. Die Produktbreite ist gut, allerdings bieten Konkurrenten teilweise mehr Basiswerte an, die außerdem in der aufklappbaren Menüführung nicht gleich ersichtlich sind.

Führungsduo ganz oben

Den Platz ganz oben auf dem Treppchen teilt sich in diesem Jahr die BNP Paribas mit der Commerzbank. Die Franzosen verdienen sich den geteilten Gesamtsieg mit einem gelungenen Komplettpaket, bei dem speziell die Webseite in den Punkten Aufmachung, Handhabung und Informationsangebot überzeugen konnte. Die Seite ist optisch ansprechend und bietet nicht nur Zertifikatefreunden reichlich Information. Devisen- und Rohstoffkurse kompakt auf einer Seite, Tradingservices einschließlich Dax- und Dow-Jones-Marktberichte findet man nicht überall.

Punkte konnte BNP Paribas auch beim Produktangebot sammeln, dazu liefern die Franzosen seit Jahren etablierte Webinarformate, die jedem Anleger zugänglich sind und für deren Teilnahme man sich kostenfrei registrieren kann. Übrigens ein Service, den einige Zertifikatehäuser anbieten und den man bei Fondsanbietern vergeblich sucht.

Schauen wir uns zum Ende den zweiten Sieger an: Beim Blick auf die Webseite oder die App der Commerzbank vermisst der Anleger fast nichts. Dort findet er das umfassendste Angebot aller Emittenten, angefangen bei einer sehr großen und breiten Produktpalette, über zahlreiche Webinare bis hin zu einem vielseitigen Informationsangebot. Das Herzstück zum Sieg aber ist die App. Sie wurde komplett überarbeitet und bietet eine einfache Produktsuche, sowohl bei Hebelpapieren als auch Zertifikaten. In der Watchlist können sowohl Basiswerte als auch Derivate aufgenommen werden, die sich in Echtzeit aktualisieren. Mit mehr als 200.000 Papieren bietet die Commerzbank auf die unterschiedlichsten Basiswerte eine Investitionsmöglichkeit.

So kompliziert das Börsenjahr 2018 für Anleger auch ist, mit den richtigen Hintergrundinformationen und Werkzeugen lassen sich womöglich gute Entscheidungen und Produktentscheidungen für die nächsten Jahre treffen. Wer bei Aktien, Währungen oder Rohstoffen gut informiert sein will, kommt an unserer Auswahl kaum vorbei. Das Beste aber ist – selbst testen kostet nichts.