FondsDas sind die besten US-Aktienfonds

Skeptischer Blick: Die Händler an der Wall Street sind verunsichert
Skeptischer Blick: Die Händler an der Wall Street sind verunsichert dpa

In den vergangenen Jahren haben die Vereinigten Staaten die Weltwirtschaft durch ihr kräftiges Wachstum mitgezogen. Das könnte sich nun ändern. Der bereits seit drei Wochen andauernde Shutdown mehrerer US-Regierungsbehörden ist jedenfalls ein schlechtes Zeichen. Präsident Donald Trump weigert sich, den Budgetentwurf freizugeben, solange darin kein Geld für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko vorgesehen ist. Die Demokraten wiederum lehnen den Bau einer solchen Mauer kategorisch ab.

Die Haushaltssperre, der Handelskrieg mit China, Trumps planlose Syrien-Politik – all das ist dazu angetan, das US-Wachstum zu bremsen und Anleger zu verunsichern. Es erscheint wie ein Menetekel, dass der Technologieriese Apple jüngst seine Umsatzprognose für das erste Quartal 2019 gesenkt hat, unter Verweis auf das schwache China-Geschäft. In der Folge hat der Aktienkurs des Konzerns deutlich nachgegeben.

Das schlechtere Wirtschaftsumfeld und die wachsende Unsicherheit an der Wall Street schlagen sich allmählich auch in der Wertentwicklung von US-Aktienfonds nieder. Auf Sicht von drei Jahren haben viele Fondsmanager, die in amerikanische Standardwerte investieren, ein solides Plus erzielt. Das zeigen Daten der Fondsratingagentur Morningstar. Betrachtet man nur die vergangenen zwölf Monate, haben dagegen sogar die zehn auf Dreijahressicht besten US-Standardwertefonds, die für deutsche Privatanleger erhältlich sind, fast durchweg weg Verluste gemacht. Zum Vergleich: Der US-Leitindex S&P 500 hat in den vergangenen drei Jahren im Schnitt fast zwölf Prozent pro Jahr zugelegt. Auf Sicht von einem Jahr hat er rund sechs Prozent nachgegeben.

Keine Vorteile für aktive Fonds

Ähnlich sieht es beim Erstplatzierten unter den US-Standardwertefonds aus, dem „Morgan Stanley US Insight“: In den vergangenen drei Jahren legte er im Schnitt fast 14 Prozent pro Jahr an Wert zu. Auf Sicht von einem Jahr machte er ein Minus von 3,8 Prozent. Fondsmanager Alexander Norton hat gegenüber seinem Vergleichsindex Aktien aus dem Bereich Nicht-Basiskonsumgüter deutlich übergewichtet, Finanztitel dagegen massiv untergewichtet. Zu den größten Positionen im Portfolio gehören Amazon, Starbucks und Berkshire Hathaway. Mit seiner Strategie schaffte es Norton immerhin, in Aufwärtsphasen den breiten Markt zu übertreffen. Und während der jüngsten Turbulenzen konnte er Verluste zwar nicht vermeiden, sie aber gegenüber dem Markt zumindest begrenzen.

Der zweitplatzierte „Investec American Franchise“ hat sich dagegen sowohl lang- als auch kurzfristig gut geschlagen. In den vergangenen Jahren erzielte er im Schnitt ein Plus von rund 13 Prozent pro Jahr. In den vergangenen zwölf Monaten schaffte er trotz aller Unruhe am Markt einen Wertzuwachs von 3,6 Prozent. Der Investec-Fonds hat einen starken Fokus auf der IT-Branche. Zu seinen Top-Positionen gehören Microsoft und die Google-Mutter Alphabet, außerdem die Zahlungsdienstleister Visa und Mastercard.

Insgesamt ergibt ein Blick in die Portfolios: In nahezu keinem der zehn besten US-Standardwertefonds gibt es unter den größten Positionen überraschende Investmentkandidaten oder Geheimtipps. Im Gegenteil: Zwei der Top Ten, beide von der französischen Gesellschaft Amundi, sind sogar passive Produkte, die sich dicht an die Zusammensetzung der US-Standardwerteindizes S&P 500 beziehungsweise MSCI North America halten. Das zeigt: In einem hocheffizienten Markt wie dem US-amerikanischen lohnt es sich für Anleger nicht unbedingt, einen teuren aktiv verwalteten Fonds zu kaufen. Nicht einmal dann, wenn es bergab geht an der Wall Street.