FondsDas sind die besten Mischfonds

Symbolbild Fondsentwicklung
Symbolbild Fondsentwicklung Getty Images

Die Zahl ist beeindruckend: Allein zwischen Januar und August dieses Jahres haben hiesige Anleger fast 18 Milliarden in  Mischfonds investiert, die gleichzeitig in Anleihen und Aktien investieren, zeigen Zahlen der Fondslobby BVI. Nur mal zum Vergleich: In die gehypten ETFs – sie bilden einen Index wie den Dax eins zu eins ab und sind deshalb besonders günstig – sind im selben Zeitraum nur 2,7 Mrd. Euro geflossen, obwohl sie Liebling von Medien und Verbraucherschützern sind.

Die Deutschen lieben Mischfonds, denn die Produkte geben Investoren ein großes Versprechen: Sie sollen sicherer als reine Aktienfonds sein, weil Mischfonds auch in Anleihen investieren, die sicherer als Aktien sind – aber gleichzeitig sollen Mischfonds mehr Rendite erzielen als bloße Anleihefonds, weil sie das höhere Renditepotenzial von Aktien nutzen. Bloß: Was taugen die Produkte?

Capital untersucht jedes Jahr zusammen mit der Freiburger Fondsgesellschaft Greiff Capital Management, wie sich aktive Fonds schlagen, also Fonds, bei denen ein Fondsmanager entscheidet, welche Wertpapiere er kauft – anders als bei einem ETF, der seinen Vergleichsindex einfach nachkauft. Eine Kategorie in dem großen Test von Capital und Greiff Capital Management sind auch die Mischfonds, das Ergebnis: Nur 16 hiesige Mischfonds schlagen ihren Vergleichsindex, wie Anleger der Tabelle entnehmen können. Ein Grund dafür: Viele Mischfonds sind vergleichsweise teuer, die laufenden Kosten liegen oft bei mehr als 1,5 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: ETFs auf den Weltaktienindex MSCI World kosten kaum mehr als 0,25 Prozent pro Jahr.

Capital und Greiff Capital Management haben bei dem Test vor allem Wert auf Langfristigkeit und Kontinuität gelegt. Für Capital zählt nicht nur die absolute Rendite eines Fonds, die natürlich auch in der Tabelle abgebildet ist. Vielmehr muss ein Fonds seinen Vergleichsindex, an dem sich ein Fonds messen lassen muss, über drei, fünf und zehn Jahren geschlagen haben. Das zeigt, dass ein Fondsmanager im Stande ist, nicht nur einen einmaligen Glückstreffer zu landen, sondern über viele Jahre eine herausragende Leistung abzuliefern.

So finden Anleger in der Tabelle nicht nur die Rendite des Fonds, sondern auch die Information Ratio. Sie gibt Auskunft darüber, wie groß der Mehrertrag eines Fonds gegenüber seinem Index war, es gilt: Je höher die Information Ratio, desto größer war der Mehrertrag für die Anleger. Weitere Information zur Methodik des großen Capital-Fondsrankings finden Sparer unter der Tabelle.

Methodik

Faktor 1: Alter
Die Leistung aller Fonds wurde über drei, fünf und zehn Jahre getestet und bewertet. Chancen auf einen Platz in der Siegerliste haben nur Angebote, die eine Historie von mindestens zehn Jahren vorweisen können. Das spricht für eine Kontinuität, die am Fondsmarkt unerlässlich ist. Denn: Die Branche legt gerne mal neue Produkte auf, die sie nach kurzer Zeit wieder einstampft, wenn ein Fonds nicht genug Geld einsammelt. Für Anleger ist damit ein umständlicher Fondswechsel verbunden.

Faktor 2: Aktivität
Im nächsten Schritt wurden Angebote ausgesiebt, bei denen der Kursverlauf dem des Vergleichsindex deutlich ähnelt. Hintergrund: Ein Portfolio, das sehr stark an dem Index ausgerichtet ist, rechtfertigt nicht die höheren Gebühren gegenüber einem günstigen ETF-Fonds, der den Index ja nur nachbildet. Die durchschnittliche Abweichung eines aktiv gemanagten Investmentprodukts von seinem Vergleichsindex wird mit dem sogenannten Tracking Error gemessen. Je mehr Mut zur eigenen Meinung der Manager beweist und je mehr er vom Index abweicht, desto höher ist der Wert für den Tracking Error. Eine Runde weiter kommt immer nur die Hälfte der Fonds einer Kategorie, die über alle Zeiträume den höchsten Tracking Error hat.

Faktor 3: Erfolg
Um die Qualität eines Fonds beurteilen zu können, wird seine Wertentwicklung mit dem jeweiligen Index verglichen. Die dafür wichtige Kennzahl ist die sogenannte Information Ratio (IR). Sie gibt an, wie viel Mehrrendite die Manager im Verhältnis zur Abweichung vom Index erzielt haben. Wenn der Fonds eine bessere Wertentwicklung als der Vergleichsindex aufweist, ist die Information Ratio positiv. Je höher sie ausfällt, desto größer war der Mehrertrag für die Anleger. Im Gegensatz zum Test im Vorjahr musste dieses Mal bei der IR nicht eine bestimmte Schwelle (2017 lag sie noch bei 0,3) übertroffen werden, um zu den Siegern zu gehören. Durch die strengeren Vergleichsindizes war diese Selektion nicht mehr notwendig, weil die IRs ohnehin durch die Bank niedriger ausfallen als im Vorjahr. Die Selektion erfolgte also bereits über die strikteren Indizes.