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Richard Branson: Brief an sein 25-jähriges Ich

, Capital-Redaktion

Für viele ist der Multimilliardär ein Vorbild. Seine Tipps begeistern Generationen. Jetzt gibt er einem jungen Mann Ratschläge: sich selbst

Richard Branson, aufgenommen Anfang der 80er Jahre © Getty Images
Richard Branson, aufgenommen Anfang der 80er Jahre

Seit knapp 50 Jahren ist Richard Branson im Business. Der Brite ist einer der erfolgreichsten Geschäftsleute der Welt. Seine Virgin-Gruppe, eine Holding mit 400 Unternehmen, hat ihn zum Milliardär gemacht. Forbes schätzt das Vermögen des 66-Jährigen auf 4,9 Mrd. Dollar. Es scheint, als habe Branson alles richtig gemacht. Dabei entspricht der Sunnyboy keineswegs dem Klischee eines karrieregetriebenen Entrepreneurs in Anzug und Krawatte. Er ist ein Abenteurer, eine Rampensau. Legendär die Fotos, die ihm beim Kite-Surfen zeigen, auf den Schultern eine nackte Schönheit. Oder im Dress einer Stewardess seiner Fluglinie mit knallrot geschminkten Lippen, falschen Wimpern und blauem Lidstrich. Branson ist ein Meister der Selbstinszenierung. Jetzt hat er einen Brief geschrieben. An sein 25-jähriges Ich. (Hier die Originalversion)

Tipps für den jungen Richard

Lieber Richard,

ich schreibe Dir aus der Zukunft, in 40 Jahren. Du bist jetzt Mitte 60. Du hast ein glückliches und gesundes Leben geführt. Du musst nichts bereuen. Trotzdem habe ich einige Ratschläge für Dich.

Zunächst einmal: Glückwunsch zur Gründung von Virgin. Ich weiß, dass Du immer noch damit beschäftigt bist, Deinen eigenen Weg in der Geschäftswelt zu finden. Halt durch! Ich kann Dir garantieren, das Beste kommt noch. Ich will nicht zu viel verraten, aber Du wirst noch so viele wunderbare Momente erleben und die unglaublichsten Menschen kennenlernen. Und ja, viele Deiner wildesten Träume werden wahr werden. Aber da gibt es eine Klausel: Du musst hart für die Träume arbeiten, damit sie in Erfüllung gehen.

Der Weg, der vor Dir liegt, ist wie ein pockennarbiges Gesicht, hat Unebenheiten, Abgründe und Verzweigungen. Es wird Tage geben, an denen Du aufgeben und alles hinschmeißen willst. Mach das nicht! Du musst Herausforderungen als Chancen sehen. Dann wirst Du Erfolg haben, mit dem Du in Deinen kühnsten Träumen nicht gerechnet hast. Aber es wird nicht immer so sein. Vielmehr wirst Du auch scheitern. Immer wieder. Aber das ist okay, weil Scheitern ein unumgänglicher Bestandteil jeder persönlichen und unternehmerischen Reise ist. Es ist wichtig, das Du wieder aufstehst, ein paar Schritte zurück gehst, schaust, was schief gelaufen ist und von den Fehlern lernst.

Entrepreneur – das ist ein Begriff, mit dem Du noch nicht sehr viel anfangen kannst. Aber Du wirst einer sein. Es ist ein Begriff, der wie ein Synonym zu Deinem Namen werden wird und Deine Einstellung zum Unternehmertum beschreibt. Aber es ist auch ein Synonym für Risiko. Du bist ein Risiko eingegangen, als Du die Schule verlassen hast, um ein Studentenmagazin herauszugeben. Und auch, als Du das Studentenmagazin verlassen hast, um Virgin Records zu gründen. Beides hat sich ausbezahlt. Ergreife weiter Deine Chancen. Wie „glücklich“ Du später in Deinem Business sein wirst, wird davon abhängen, ob Du bereit bist, kalkulierbare Risiken einzugehen.

Lass Dich von Deinen Träumen leiten. Vertraue den Menschen, die Du liebst und die Du respektierst. Scheue nicht davor zurück, Verantwortung abzugeben. Lass Dich nicht von Pessimisten abschrecken. Zieh Dein Business durch, so wie Du es für richtig hältst. Die Marke Virgin wird Dich in Bereiche fernab der Musik führen. Deine Fähigkeit mit kalkulierbaren Risiken umzugehen und Dein unheilbarer Optimismus werden Dich in unglaubliche Höhen katapultieren – im Business wie im Leben. Wie schon einer Deiner Lieblingsautoren, Dr. Seuss, schrieb: „Greif nach dem Mond. Du kannst ihn erreichen, wenn Du es nur versuchst und beide Hände zur Hilfe nimmst.“

Viel Glück

Richard


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