DigitalisierungWarum es jetzt Funkchips in Bettlaken gibt

Wäscherei
WäschereiKannegiesser

Das Problem

Die Herbert Kannegiesser GmbH aus dem ostwestfälischen Vlotho gilt als Weltmarktführer für Großwäschereitechnik. Seit fast 70 Jahren produziert das Unternehmen Anlagen

Ablauf in der Wäscherei
Ablauf in der Wäscherei

für industrielle Wäschereien – die Hotels oder Krankenhäuser versorgen. Doch das Geschäft wandelt sich. Die Kunden verlangen nach kompletten Lösungen von der Wäsche bis zum Sortiersystem. Und sie wollen sparen, bei Wasser und Waschmittel, aber auch beim Personal.

Das Konzept

Kannegiesser hat in Kooperation mit lokalen Hochschulen eine Wäscherei entwickelt, die sich selbst optimiert. In den Wäscheteilen sind RFID-Chips eingenäht, die mit den Maschinen kommunizieren und ihre Informationen an eine Datenbank weiterleiten. Aus diesen Daten wird der optimale Einsatz von Ressourcen und Zeit ermittelt.

„Wir brauchen ganz neue Fähigkeiten“

Martin Kannegiesser, Geschäftsführer und Inhaber

Martin Kannegiesser
Martin Kannegiesser

Wandeln Sie sich jetzt vom Maschinenbauer zum Dienstleister?

Das kann man überspitzt so formulieren. Wir liefern heute nicht nur Maschinen, sondern auch Softwarepakete und Beratung. Unser Ziel muss es sein, die Kunden produktiver zu machen. Dafür brauchen wir ganz neue Fähigkeiten.

Warum ist das so wichtig?

Die Wäscherei-Dienstleister stehen unter Preisdruck, und überall steigen die Personalkosten. In fast allen Ländern der Welt. Also muss automatisiert und der Arbeitsprozess verstetigt werden. Das geht nur mit Software und Daten.

Gibt es Konkurrenz von außen?

Es gibt naturlich Softwarehäuser, die auch in unserem Bereich Dienstleistungen anbieten. Doch der Markt ist relativ klein und hoch spezialisiert. Von außen hier einzusteigen ist schwer. Da wird das Potenzial oft überschätzt – und die Komplexität wird unterschätzt.