GeldanlageRente: Welcher Vorsorgetyp sind Sie?

Viele Menschen fragen sich: Reicht mein Geld für später noch? Sie haben das Vertrauen in beide Richtungen verloren – Staat und Finanzdienstleister sind keine Partner mehr, mit denen sie rechnen können und wollen. Was aber sollte man tun?

Wie bei der Geldanlage gibt es bei der Altersvorsorge natürlich unterschiedliche Fälle, je nach Alter, Einkommen und Lebenssituation. Der 60-Jährige, der die Auszahlung eines Lebensversicherungsvertrages erwartet und 100 000 Euro anlegen muss, steht vor einem anderen Problem als der 40-jährige Familienvater. Es gibt zudem Neigungen, Charaktere und Typen, die maßgeblich für die Vorsorge sind – und die Capital Ihnen vorstellt.

Grundlage für diese Typisierung – die bewusst plakativ ist – ist eine Studie des Marktforschungsinstituts Rheingold. Wir haben versucht, das Verhalten und das Problem jedes Typus auf die aktuelle Lage zu übertragen und für jeden eine Richtschnur zu entwickeln.

Ganz unabhängig davon aber sollte jeder Vorsorgesparer zunächst eines machen: Ruhe bewahren. Abgeschlossene Verträge sollte niemand kündigen, weil aktuell (und wahrscheinlich auch für die nächsten zwei bis fünf Jahre) die Verzinsung mau ist. Vorsorgeverträge sind angelegt auf Jahrzehnte.

Typ 1: Der getriebene Jongleur

Vorsorgetyp:Der getriebene Jongleur
Vorsorgetyp:Der getriebene Jongleur
© Tim Lahan

So tickt er:

Er bespart aus Angst vor Altersarmut viele Verträge, die erste Lebensversicherung haben in der Schulzeit schon die Eltern abgeschlossen. Er ist experimentierfreudig, geht aber unsystematisch vor. Er fühlt sich zudem laufend getrieben, auf die wechselnden Herausforderungen zu reagieren – früher war das die Abgeltungsteuer oder Riester-Förderungen, heute eben der Nullzins.

Das ist sein Problem:

Der Hang zur Selbstüberschätzung. Viel handeln und abschließen kostet nun einmal viel Gebühren, allem voran zu Beginn von Sparphasen typischer Vorsorgeprodukte.

Das sollte er tun:

Sich glücklich schätzen, dass er überhaupt etwas tut. Die Ursache drohender Altersarmut ist nicht, dass Menschen die falschen Produkte kaufen, sondern dass 40 Prozent überhaupt keine Vorsorge betreiben. Jongleure sollten an ihrer Getriebenheit arbeiten. Denn Steuern, Zinsen und Sozialabgaben werden sich noch oft ändern. Also sollten sie auf das setzen, was nachhaltig ist. Erstens: Immobilien in guter Lage. Zweitens: Aktien, denn die sind langfristig rentabel. Drittens: auf niedrige Kosten achten und Disziplin haben. Ruhe finden sie in Index-Fondssparplänen (z. B. iShares Stoxx Global Select Dividend, ISIN: DE000 0F5UH1).