Fintech Jobabbau und schrumpfende Umsätze bei Unicorn Deposit Solutions

Deposit Solutions gehört zu den größten Fintechs aus Hamburg.
Deposit Solutions gehört zu den größten Fintechs aus Hamburg.
© Aditya Ghosh/Unsplash
In dem Jahr vor der Fusion mit dem Konkurrenten Raisin kämpfte Deposit Solutions mit Problemen. Eine wichtige Partnerbank brach weg, der Umsatz sank um neun Prozent

2019 erreichte die Einlagenplattform Deposit Solutions, die hinter der Marke Zinspilot steht, den Einhorn-Status. Die Deutsche Bank kaufte sich damals zu einer Firmenbewertung von mehr als einer Milliarde bei dem Hamburger Fintech ein. Dem Ritterschlag allerdings folgte die Ernüchterung. Wie aus dem dieser Tage veröffentlichten 2020er-Geschäftsbericht hervorgeht, sanken die Umsätze in jenem Jahre nämlich um neun Prozent auf nur noch 16,9 Mio. Euro. Höchst ungewöhnlich für ein Wachstumsunternehmen, und zumal für ein frisch gekürtes Einhorn.

Als Grund schreibt das Unternehmen: „Die größte Produktbank der Gesellschaft, welche zu Spitzenzeiten ~ 60 Prozent der von der Gesellschaft verwalteten Einlagen auf sich versammelte, setzte nach ihrer Übernahme und der anschließenden strategischen Neuausrichtung das Einlagenvolumen auf Null herab.“

Wer die „Produktbank“ ist, verrät der Abschluss nicht, ein Sprecher des fusionierten Nachfolge-Unternehmens Raisin DS (das „DS“ steht für „Deposit Solutions“) wollte sich dazu am Wochenende nicht äußern.

Partnerbank aus Hamburg

Plausibel wäre jedoch, dass es sich bei der „Produktbank“ (das sind die Banken, bei denen die über die Deposit-Plattform vermittelten Einlagen landen) um die heutige Hamburg Commercial Bank (HCOB) handelte – also um die frühere HSH Nordbank. Diese hatte sich ab Ende 2017 eine Zeitlang stark über Retail-Einlagen refinanziert und Kunden mit hohen Zinsen sowohl für Tages- als auch für Festgelder angelockt.

Partner hierbei war Deposit Solutions, das Hamburger Fintech kassierte entsprechend auch die Vermittlungsprovisionen. Später allerdings stellte die HCOB/HSH ihr Funding um, refinanzierte sich wieder stärker über Wholesale-Kanäle sowie über die TLTRO-Programme der EZB. In der Folge sank der Einlagenbestand zwischen Ende 2019 und Ende 2020 von 13,6 Mrd. Euro auf nur noch 9,1 Mrd. Euro.

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