AutogrammAutocheck: Alfa Romeo Giulia

Das Auto

Auf dieses Auto haben Alfisti Jahrzehnte gewartet: eine Giulia – und dann noch mit Heckantrieb. Damit will sich die Fiat-Tochtermarke in die Phalanx deutscher Premiummarken einreihen und um Kunden buhlen, die gern etwas mehr ausgeben. Für 43.000 Euro bekommt man nun die Mittelklasselimousine Giulia Super 2.2 iJTD mit 150-PS-Diesel, Automatik und ein paar Extras.

Der Look

Das Styling erinnert nur entfernt an die erste Giulia, die 1962 das Segment der Sportlimousine mitbegründete – als BMW-Fahrer von so viel Sportlichkeit nur träumen konnten. Für Giulias Sportlook sorgte Designer Lorenzo Ramaciotti, der zuvor Ferrari gestaltet hat.

Alfa Romeo Giulia: Die Neuauflage des Klassikers gibt es seit 2016

In Deutschland gibt es die Modelle mit Diesel- und Benzinmotoren

Blick ins Cockpit einer Giulia

Die Giulia ist ein Klassiker: Seit 1962 stellt Alfa Romeo Autos mit diesem Namen her

Das Modell Giulia Sprint Speciale stammt aus dem Jahr 1963

Das Fahrgefühl

Das Fahrverhalten hält nicht ganz, was Look und Tradition versprechen. Der Hinterradantrieb schließt Antriebseinflüsse in der Lenkung aus. Die Ingenieure unter dem deutschen Alfa-Romeo-Chef Harald Wester hätten sich eine direktere Lenkung trauen sollen. Das Achtgang-Getriebe von ZF ist auch hier tadellos, der 2,2-Liter-Diesel mit 6,6 Litern Testverbrauch auf 100 Kilometer sparsam.

Das digitale Extra

Der Formel-1-Startknopf am Lenkrad sticht ins Auge, der tief liegende, 8,8 Zoll große Bildschirm leider weniger. Das Infotainment hat keine Internetverbindung. Das ist nicht mehr zeitgemäß.

Was der Hersteller sagt

„Das Design der Giulia ist sanft wie der Umriss einer Wolke, der aber nicht preisgibt, welche Kraft im Inneren verborgen ist“, sagt Designer Lorenzo Ramaciotti.

Was der Hersteller verschweigt

Zwei von drei Kunden greifen in dieser Fahrzeugklasse zum Kombi – den Alfa aber bisher nicht geplant hat. Wer mehr Platz braucht, soll zum SUV Stelvio greifen. Der ist rund 8000 Euro teurer.