Liste entlassener Mitarbeiter Gelungen oder geschmacklos: Wie der Klarna-CEO die Netzgemeinde spaltet

Klarna-CEO Sebastian Siemiatkowski hat angekündigt, dass zehn Prozent der Klarna-Belegschaft entlassen werden.
Klarna-CEO Sebastian Siemiatkowski hat angekündigt, dass zehn Prozent der Klarna-Belegschaft entlassen werden.
© IMAGO / TT
Klarna entlässt 700 Beschäftigte: CEO Sebastian Siemiatkowski postet eine Liste mit betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Reaktionen darauf fallen ganz unterschiedlich aus

Es sind turbulente Tage bei dem schwedischen Zahlungsdienstleister Klarna. Ende Mai teilte CEO Sebastian Siemiatkowski seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern via Videobotschaft mit, dass rund zehn Prozent der weltweiten Belegschaft entlassen werden. Das sind etwa 700 Beschäftigte. Und nun diskutiert die Internetgemeinde über eine öffentliche Liste, auf der einige dieser ehemaligen Mitarbeiter stehen. Siemiatkowski  hat sie persönlich auf Linkedin geteilt.

In dem Dokument stehen die Namen zahlreicher entlassener Klarna-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die sich nun einen neuen Job suchen müssen. Sie stammen aus verschiedenen Unternehmensbereichen, unter ihnen sind Produktmanager, Social Media Manager, Business Analysten und Recruiter.

Die Klarna-Mitarbeiter stammen aus der ganzen Welt. Neben ihrer bisherigen Position listen sie in dem Dokument auch auf, wo sie leben oder leben möchten und wie sie arbeiten möchten: remote, hybrid oder vor Ort. Erstellt wurde die Liste von dem Klarna-Mitarbeiter J. Tyler Wilson; auf die Liste gesetzt haben sich seine ehemaligen Kollegen selbst.

Reaktionen sind gespalten

„Ich hoffe, alle da draußen verstehen, was für eine Goldgrube dieses Dokument ist“, schreibt Klarna-CEO Siemiatkowski dazu auf Linkedin. „Einige Recruiter sollten Linkedin und andere Kanäle wahrscheinlich für eine Weile ignorieren und ihre ganze Energie in diese Liste stecken“, schreibt er weiter. Er sei sich sicher, dass die Menschen darauf nicht lange verfügbar seien.

Er selbst habe gemischte Gefühle gegenüber dem Dokument, schreibt er: „Es symbolisiert zwar vieles von dem, worauf ich bei den Mitarbeitern von Klarna stolz bin, aber es ist auch ein greifbares Symbol für eine sehr schwierige Entscheidung, die mich zutiefst traurig macht und mich noch lange begleiten wird“.

Die Reaktionen auf Siemiatkowskis Post sind gespalten. Während die einen die originelle Idee der Liste feiern oder das Vorgehen eine „großartige Initiative“ nennen, finden andere den Schritt „unsensibel“. Ein Linkedin-Nutzer schreibt dazu an Siemiatkowski gerichtet: „Für Klarna sind es zehn Prozent, aber egal, wie man es betrachtet, es geht um 700 Einzelpersonen und ihre Familien, die von Ihrer nachlässigen Haltung beim Unternehmensaufbau betroffen sind, bei dem das Vertrauen der Menschen missbraucht wurde.“

Bei den ehemaligen Klarna-Mitarbeitern scheint die Liste aber abzukommen: Mehr als 570 von ihnen haben sich bislang auf die Liste setzen lassen.


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