WochenrückblickBayer greift nach Monsanto

Bayer: Angebot für Monsanto

Monsanto-Schriftzug auf einer Palette
Monsanto ist weltweit führend bei Saatgut – aber der Konzern ist auch umstritten – Foto: Getty Images

Spekulationen gab es schon länger, am Donnerstag folgte nun die Bestätigung: Der deutsche Dax-Konzern Bayer verhandelt über eine Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto. „Vertreter von Bayer haben vor kurzem Mitglieder der Geschäftsführung von Monsanto Company getroffen, um vertraulich über eine einvernehmliche Übernahme von Monsanto zu sprechen“, teilte Bayer kurz und knapp mit. Der US-Konzern bestätigte die Kontakte, sprach aber auch nur von einem unverbindlichen Angebot. Zur Höhe der Offerte wurden keine Angaben gemacht.

Bayer würde durch den Deal zum weltgrößten Saatguthersteller aufsteigen und auf dem Pflanzenschutzmarkt den Schweizer Syngenta-Konzern vom Spitzenplatz verdrängen. Monsanto hatte 2015 vergeblich versucht, Syngenta zu übernehmen. Stattdessen kam der chinesische Konzern Chem China dort zum Zug.

Einfach werden die Gespräche zwischen Bayer und Monsanto wohl nicht. Die Amerikaner hätten sich bislang nicht als Übernahmeziel gesehen, schreibt die Financial Times unter Berufung auf Analysten. Und es sei zweifelhaft, dass sie ausgerechnet unter das Dach eines europäischen Konzerns schlüpfen wollten.

Bayer muss sich aber auch auf politischen und zivilgesellschaftlichen Gegenwind einstellen, denn Monsanto steht wegen seines gentechnisch veränderten Saatguts in der Kritik. Auch das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat stammt ursprünglich von den Amerikanern. Umweltverbände fordern ein Verbot des Herbizids, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Investoren machen sich freilich andere Sorgen. Sie gehen davon aus, dass Bayer die Übernahme nur mit einer Kapitalerhöhung stemmen kann. Die Aktie brach am Donnerstag um mehr als acht Prozent ein. Dagegen legten Monsanto um fünf Prozent zu.

Bayer Aktie

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Apple: Buffett überwindet Tech-Aversion

Apple-Logo
Wird Apple langweilig? Immerhin ist es solide genug, um das Interesse von Investor Warren Buffett zu wecken

Warren Buffett galt bislang nicht als Tech-Aktien-affin. Bis auf eine Beteiligung am IT-Riesen IBM hat er diesen Sektor gemieden. Er verstehe nichts von der IT-Branche, sagte Buffett zu seiner Abneigung gegen Tech-Werte. Die Meldung, dass sich seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway mit einer 1 Mrd. Dollar an Apple beteiligt, kam daher durchaus überraschend.

Laut dem „Wall Street Journal“ hat nicht Buffett selbst, sondern zwei Berkshire-Manager den Deal in die Wege geleitet. Die früheren Hedgefondsmanager Todd Combs und Ted Weschler gelten als potentielle Nachfolger des 85-jährigen Starinvestors. Unklar blieb, ob sie mit oder ohne Zustimmung Buffetts gehandelt haben.

Dass Berkshire den Einstieg bei Apple wagt, zeigt aber auch eine veränderte Sichtweise auf den iPhone-Hersteller. Normalerweise investiert die Holding in solide Unternehmen mit einem erprobten Geschäftsmodell wie Coca-Cola oder Kraft Heinz. Das sind Konzerne, die nicht gerade dafür bekannt sind, ihre jeweilige Branche alle paar Jahre umzukrempeln.

Auch Apple hat nun schon längere Zeit keine bahnbrechenden Produkte mehr herausgebracht. Dafür verfügt der Konzern aber über einen großen Kundenstamm und ein funktionierendes Geschäftsmodell. Apple sei ein „Konsumgüterkonzern getarnt als Technologiekonzern“, sagte Hedgefonds-Manager Jeff Matthews von Ram Partners.

Für Apple kommt der Einstieg zur rechten Zeit. Im letzten Quartal musste der iPhone-Hersteller erstmals seit Jahren wieder einen Umsatzrückgang hinnehmen. Außerdem verkaufte mit Carl Icahn ein anderer Starinvestor seine Beteiligung an Apple. Da tut es gut, wenn ein anderer offenbar Vertrauen in das Unternehmen hat.

Kuka: chinesisches Interesse

Kuka-Roboter bei der Arbeit
Kuka-Roboter: Die Chinesen sind an der Technologie aus Deutschland interessiert – Foto: Kuka Aktiengesellschaft

Die Einkaufstour chinesischer Unternehmen in Deutschland geht weiter. Die chinesische Midea-Gruppe greift nach dem bayerischen Roboterhersteller Kuka. Und das Management des MDax-Unternehmens ist durchaus erfreut über die Offerte. Bis zu 4,5 Mrd. Euro will Midea für den Automatisierungsspezialisten springen lassen. „Wir sehen das keinesfalls als feindlich“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Kuka-Chef Till Reuter.

Deutsche Unternehmen haben durchweg positive Erfahrungen mit chinesischen Partnern gemacht. Auch im Fall Kuka planen die Chinesen keinen Kahlschlag und etwa die Verlagerung von Arbeitsplätzen in ihr Land. Auch das deutsche Management soll an Bord bleiben. Midea ist vor allem an der Technologie aus Deutschland interessiert. Für Kuka wiederum würden sich durch den Einstieg mehr Möglichkeiten auf dem chinesischen Markt ergeben.

Das Angebot aus China ist jedenfalls lukrativ für die Kuka-Aktionäre. 115 Euro bietet Midea je Kuka-Aktie, ein Aufschlag von 35 Prozent zum Schlusskurs vom Dienstag. An der Börse machte die Aktie einen Satz nach oben. 13,5 Prozent der Kuka-Aktien hält Midea bereits. Das Angebot gilt nur, wenn die Chinesen mindestens 30 Prozent der Anteilsscheine zusammenbekommen.

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