Beruf5 Tipps für eine Karriere ohne Abitur und Studium

Werner Wenning: Top-Manager ohne Studium
Werner Wenning ist einer der wenigen Top-Manager in Deutschland ohne Studiumdpa

Immer wieder merken Menschen nach den ersten beruflichen Schritten, dass sie mehr möchten, als den einmal erlernten Beruf auch noch in den kommenden 40 Jahren auszuüben. Manche fühlen selbst, dass mehr in Ihnen steckt; andere werden durch Ausbilder und Vorgesetzte angeregt, die ursprüngliche Planung zu überdenken.

Der Ehrgeiz, sich neue Ziele zu setzen und sie zu erreichen, entwickelt sich allerdings erst zu einem Zeitpunkt, an dem Gleichaltrige mit Abitur und Studium längst die Weichen in Richtung Karriere gestellt haben. Wer das nicht vorweisen kann, ist zunächst rein formal im Nachteil. Aber es bestehen auch für diese Menschen Chancen, die Karriereentwicklung voranzubringen. Voraussetzung ist allerdings, dass Wille und Bereitschaft nicht nur vordergründig vorhanden sind. Der angestrebte Weg wird nicht leicht werden und lässt sich nur mit viel Leidenschaft bewältigen.

Wer auf die folgenden fünf Fragen uneingeschränkt positiv antworten kann, der kann sich neue Ziele stecken – alle anderen sollten ihre Planung lieber noch einmal überdenken:

#1 Wollen Sie alles geben?

Es klingt wie eine Plattitüde, wenn von einem steinigen Weg die Rede ist. Doch selten war die Redewendung so angebracht wie in diesem Fall. Man mache sich nur klar, dass die Wettbewerber um den beruflichen Aufstieg länger zur Schule gegangen sind und in der Regel auch noch Jahre an Universitäten und Fachhochschulen verbracht haben. Sie haben in der Zeit eine Menge Wissen abgespeichert. Wer erst später den Anlauf auf die Karriere startet, wird das in weiten Teilen aufholen müssen. Vieles kann man sich bei beruflichen Vorbildern abschauen oder bei ihnen hinterfragen. Ob man sich den Rest durch Kurse bei Weiterbildungsanbietern, im Selbststudium mit Hilfe von Fachbüchern oder auf andere Weise aneignet – immer wird eiserne Disziplin erforderlich sein. Denn das alles findet neben der normalen Arbeitszeit statt. Und dieser Zeitbedarf birgt zusätzlich noch sozialen Sprengstoff: Vermutlich wird nicht jeder in Familie oder Freundeskreis verstehen und akzeptieren, dass die wirklich freie Zeit von jetzt an doch sehr begrenzt sein wird.

#2 Was treibt Sie wirklich an?

Bevor man zu neuen Ufern strebt, sollte man sehr gut seine ganz persönlichen Beweggründe ausloten: Warum will ich das machen? Was ist die Triebfeder meiner Motivation? Gerade junge Menschen glauben oft, dass der Besitz von Statussymbolen wie teuren Uhren oder schnellen Autos Beleg für den beruflichen Erfolg und den geglückten Aufstieg ist. Diese sind aber bestenfalls ein vordergründiges Zeichen und ganz sicher kein nachhaltiger Motivator. Dauerhaften Erfolg werden nur die Menschen haben, die mit Enthusiasmus ihrer Arbeit nachgehen. Man wird nur dann etwas gut machen, wenn man es gerne macht. Geld darf nur ein Abfallprodukt dieser Berufung sein, der man mit Liebe und Leidenschaft nachgehen muss. Wer also bei der Suche nach seiner Motivation ausschließlich materielle Gründe als Antwort findet, der wird am Ende scheitern.