Immobilien Wohnungssuche: Die perfekte Bewerbungsmappe

Ein Immobilienmakler zeigt einer Frau eine Wohnung
Symbolbild Wohnungsbesichtigung
© IMAGO / Shotshop
Attraktive und günstige Wohnungen sind vielerorts Mangelware – anders als die Zahl der Bewerber. Eine professionelle Bewerbungsmappe erhöht die Chancen für eine Zusage

Für den ersten Eindruck gibt es bekanntermaßen keine zweite Chance. Das gilt auch bei der Wohnungssuche. Fakt ist: Die Zeiten, in denen man einfach so zu einem Besichtigungstermin erscheinen kann, sind vorbei. Zumindest, wenn man eine realistische Chance haben will, die Wohnung zu bekommen. Das Angebot an attraktiven und bezahlbaren Wohnungen in guter Lage ist überschaubar. Um gegen die Konkurrenz zu punkten, braucht es daher eine gezielte Strategie. Dabei spielt die Bewerbungsmappe eine zentrale Rolle, die mittlerweile von etlichen Vermietern gefordert wird. Wenn schon nicht bei der Erstbesichtigung, dann bei der späteren Auswahl aus den verbliebenen Miet-Interessenten. Wer hier gut vorbereitet ist, erhöht seine Chancen.

Der erste Schritt ist die Auswahl einer passenden Bewerbungsmappe. Sie kann farbig sein, sollte aber seriös wirken. Eine sichtbar gebrauchte oder beschädigte Mappe sollten hingegen – im wahrsten Sinn des Wortes – ante portas bleiben. Auch die schriftlichen Unterlagen sollten einen ordentlichen Eindruck machen. Knicke und Flecken auf dem Papier sind ein absolutes No-Go, ebenso wie Rechtschreibfehler.

Selbstauskunft und Einkommensnachweis

Im Zentrum einer Bewerbungsmappe stehen vor allem zwei Schriftstücke: eine Selbstauskunft und der Einkommensnachweis. Für viele Vermieter steht die Bonität des potenziellen Einzugskandidaten an erster Stelle, wie aus Umfragen hervorgeht. Um diese zu belegen, werden in der Regel die Gehaltsnachweise von drei Monaten verlangt. Dies kann über Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge, die Steuererklärung, Bafög- oder Rentenbescheide geschehen. Falls das eigene Einkommen nicht überzeugen kann, ist auch eine Bürgschaftserklärung möglich, oder Nachweise und Bewilligungsscheine von Ämtern, dass diese die Kosten übernehmen.

Während sich am finanziellen Part der Bewerbung wenig aufhübschen lässt – von falschen Angaben gilt es selbstverständlich abzusehen – kann man bei der Selbstauskunft eine persönliche Note ins Spiel bringen. Zwar sollte sie seriös wirken und formale Kriterien erfüllen. Heißt: Die wesentlichen Punkte wie persönliche Kontaktdaten und Basisinformationen zur beruflichen, finanziellen und familiären Situation müssen im Schreiben kurz und freundlich erwähnt werden. Das schließt eine kreative und lockere Schreibweise allerdings nicht aus, die dazu führen kann, dass die Bewerbung positiv auffällt. Im Schreiben lassen sich auch Gründe für den Wohnungswechsel unterbringen, sowie Punkte, warum es genau diese Wohnung sein sollte und warum man selbst die perfekte Wahl wäre. Mehr als ein Blatt sollten Miet-Interessenten für die Selbstauskunft aber nicht einplanen. Die wenigsten Vermieter haben Lust, sich länger als nötig in eine Bewerbung einzulesen.

Was sie hingegen oft gerne sehen, ist eine Bonitätsauskunft der Schufa. Diese sollte möglichst aktuell sein und lässt sich für rund 30 Euro online bei der Schufa Holding oder über die Postbank anfordern. Um seine Chancen bei einer Wohnungssuche zu pushen, können zudem zwei weitere Dokumente hilfreich sein. Erstens, eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, die als Nachweis dient, dass man regelmäßig seine Miete bezahlt hat. Eine Alternative können hier auch die Kontoauszüge der vergangenen zwölf Monate sein. Zweitens, ein Empfehlungsschreiben des bisherigen Vermieters. Dieser kann darin Punkte wie Zuverlässigkeit, ein ruhiges und freundliches Auftreten seines ehemaligen Mieters sowie ein gutes Eingliedern in die Nachbarschaft erwähnen. Auch ein separates Motivationsschreiben kann als nettes Extra in der Bewerbung untergebracht werden.

Online-Bewerbung bei Maklern immer beliebter

Hat man all diese Punkte beachtet, ist man als Bewerber zumindest formell auf der sicheren Seite. Um die Unterlagen zeitnah übergeben zu können, sollten sie aktuell und vollständig vorliegen – am besten auch im PDF-Format. Denn für viele Vermieter und Makler ist die Online-Bewerbung oder -Anfrage mittlerweile der bevorzugte Weg. Der Grund liegt auf der Hand: Um sich nicht mehr Arbeit als nötig zu machen, wird der Pool potenzieller Wohnungsbewerber schon im Vorfeld ausgesiebt und möglichst klein gehalten. Die Angaben, die der Miet-Interessent in der Online-Vorstellung macht, sind insofern gewichtiger als in der persönlich übermittelten Bewerbungsmappe, da man online nicht mit dem Erscheinungsbild punkten kann.

Kommt es allerdings zu einem persönlichen Treffen, sollte man sich von seiner besten Seite zeigen. Das heißt: pünktlich sein und ordentlich und seriös gekleidet. In Kombination mit einem freundlichen und höflichen Auftreten ist das zumindest schon mal die sprichwörtlich „halbe Miete“.


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