Immobilien Was Sie bei der Elektroinstallation im Haus beachten müssen

Professionelle Elektroinstallation an einem Rohbau
Professionelle Elektroinstallation an einem Rohbau
© IMAGO / U. J. Alexander
Toaster, Trockner, Telefon – wir benutzen heutzutage so viele Elektrogeräte wie nie zuvor. Dafür muss Strom durch die elektrischen Adern des Hauses fließen. Was es beim Thema Elektroinstallationen zu beachten gilt

Zu wenig Steckdosen, schlecht platzierte Lichtschalter oder ein fehlender Netzwerkanschluss: Oft fallen solche Probleme erst nach dem Bau eines Hauses auf und treiben Hausbesitzer in die Verzweiflung. Dazu kommen unnötige Extrakosten für das Ausbessern der Fehler. Wer einen Neubau plant, möchte solche Ärgernisse vermeiden. Doch wie kann die Planung auf Anhieb gelingen?

Da die meisten Elektroarbeiten für Laien rechtlich verboten sind, übernimmt das bei Neubauten in der Regel eine Elektrofachkraft. Mit ihrer Hilfe lässt sich ein Installationsplan für das gesamte Haus erarbeiten. Anschließend implantiert die Fachkraft alles rund um die elektronische Infrastruktur: Leitungen, Schutzeinrichtungen, Steckdosen, Geräte und vieles mehr. „Eine zukunftsorientierte Planung ist besonders wichtig”, erklärt Michael Conradi, Projektleiter der Initiative Elektro+, die Tipps und Entscheidungshilfen rund um Elektroinstallationen bietet. Nachträgliche Änderungen sind bis zu viermal teurer.

Als Bauherr oder Bauherrin ist es daher hilfreich, sich bereits im Vorfeld Gedanken über die eigenen Bedürfnisse und rechtlichen Vorschriften zu machen. Ausreichend Zeit ist gegeben: Von der ersten Anfrage bis zum Angebot der Fachkraft können gut und gerne drei Monate vergehen, schätzt Andreas Habermehl vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH): „Das sollte man unbedingt einplanen.“

Das sind die wichtigsten Punkte bei der Elektroinstallation 

  1. Stromkreisläufe: In der Küche sind Kaffeemaschine, Toaster und Ofen in Betrieb, im Nebenraum läuft auch noch der Fernseher. Greifen all diese Geräte auf nur einen Kreislauf zurück, liefert dieser womöglich zu wenig Energie. Das kann zu Stromausfällen oder gar Kurzschlüssen führen. Um Überlastungen zu verhindern, ist ein Stromkreislauf pro Raum empfehlenswert. Außerdem sollten die Kreisläufe unabhängig voneinander funktionieren.
  2. Steckdosen: Stromanschlüsse fallen vor allem dann auf, wenn sie fehlen. Daher gilt bei Steckdosen die Regel: Besser zu viele als zu wenige einplanen. Die Mindestanzahl an Steckdosen ist in der DIN-Norm 18015 festgelegt. Demnach benötigen Räume mit mehr als 20 Quadratmetern Fläche fünf Steckdosen. Bei einem Neubau ist es sinnvoll, sich frühzeitig zu überlegen, welche und wie viele Geräte die Bewohnerinnen und Bewohner im Alltag nutzen werden.
  3. Netzwerk: Netzwerksteckdosen sind ein zentraler Bestandteil der Elektroinstallation. Sie ermöglichen es, Geräte wie PC, Router und Drucker mit dem Internet und dem Heimnetzwerk zu verbinden. Als Bauherr oder Bauherrin sollte man sich überlegen, in welchen Räumen und an welchen Stellen Anschlüsse für Geräte notwendig sein werden.
  4. Beleuchtung: Es gibt heutzutage zahlreiche Möglichkeiten, die Beleuchtung einzelner Wohnräume zu steuern. Infrage kommen beispielsweise klassische Lichtschalter, moderne mit Touch-Funktion, eine App- oder Sprachsteuerung sowie Bewegungsmelder. 
  5. Klima: Welche Heiz- und Lüftungstechnik zum Einsatz kommt, um das Raumklima zu regeln, hängt vom gewünschten Komfort und der gewünschten Energieeffizienz ab.
  6. Sicherheit: Haustechnik kann auch nützlich sein, um Bewohnerinnen und Bewohner vor Gefahren zu warnen. Dazu zählen beispielsweise Brandschutztüren oder Alarmanlagen zur Einbruchsicherung.
  7. Smart Home: In einem Smart-Home-System wird die Elektroinstallation mit der gesamten technischen Gebäudeausrüstung vernetzt, sowie mit Haushalts- und Multimediageräten. Einer Marktstudie von Bitkom aus dem Jahr 2020 zufolge nutzen bereits rund 37 Prozent aller Deutschen Smart-Home-Komponenten.
  8. Erneuerbare Energien: Mit erneuerbaren Energien kann man zum Klimaschutz beitragen und auf lange Sicht Geld sparen. Je nach Bundesland ist bereits gesetzlich vorgeschrieben, dass ein gewisser Teil der Energie bei Neubauten aus regenerativen Energiequellen stammen muss.

Große Kostenunterschiede

Was die Kosten der Elektroinstallationen anbelangt, belaufen sich diese auf rund drei bis fünf Prozent der Gesamtkosten eines Neubaus. „Die Preise können je nach Ausstattung und Gebäudeart sehr stark schwanken”, gibt Habermehl zu bedenken. Eine Elektroinstallation für ein Standard-Einfamilienhaus könne auch 10.000 Euro kosten.

Eine gute Orientierungshilfe leisten die sogenannten Ausstattungslevel. Fachleute kennzeichnen diese mit bis zu drei Sternen – ähnlich einem Punktesystem. Ein Stern entspricht dabei der Mindestausstattung nach der DIN-Norm 18015. Zwei Sterne gibt es für die sogenannte Standardausstattung, die beispielsweise mehr Steckdosen und Lichtauslässe umfasst als die Mindestausstattung. Drei Sterne erhalten Häuser mit Komfortausstattung. Bei ihnen sind diverse neue Techniken im Einsatz, zum Beispiel im Bereich Sicherheit oder Kommunikation. Für das Komfortlevel zahlt man in etwa das Anderthalbfache der Mindestausstattung.


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