ImmobilienEin bisschen Zeit muss sein beim Hauskauf

Auch wenn der Zeitdruck hoch ist, Käufer sollten einige Dinge überprüfen, sonst gibt es nach der Schlüsselübergabe ein böses ErwachenAuch wenn der Zeitdruck hoch ist, Käufer sollten einige Dinge überprüfen, sonst gibt es nach der Schlüsselübergabe ein böses Erwachen
Auch wenn der Zeitdruck hoch ist, Käufer sollten einige Dinge überprüfen, sonst gibt es nach der Schlüsselübergabe ein böses Erwachendpa

Der Münchner Immobilienmarkt ist nicht nur für Mieter ein Horror. Auch Käufer müssen sich auf einen Besichtigungsmarathon einstellen und werden mitunter mit kuriosen Verkaufsmethoden konfrontiert. So werden Häuser und Wohnungen in der bayerischen Stadt immer öfter nach dem „Wer bietet mehr“-Prinzip verkauft: Nach der Besichtigung dürfen Kaufinteressenten ein Angebot abgeben, wie viel ihnen das potentielle Zuhause wert ist. Das höchste Gebot erhält den Zuschlag.

Modelle wie diese setzen Käufer unter enormen Druck. Sie müssen einen Preis nennen, ohne auch nur einmal mit einem Sachverständigen durch das Haus oder die Wohnung gelaufen zu sein. Oft fehlt sogar die Zeit, um sich selbst in Ruhe ein Bild von der Immobilie zu machen, weil der Makler die Interessenten in Scharen durch die Räumlichkeiten lotst. In Städten, wo die Nachfrage das Angebot so eklatant übersteigt, bleibt Käufern in spe oft keine andere Wahl, als das Spiel mitzuspielen. Frank Gries, Immobilienexperte beim Verband Privater Bauherren (VPB), warnt: „Aus Sorge, leer auszugehen, kaufen viele Interessenten Immobilien, ohne sie vorher gründlich geprüft zu haben.“ Dabei müsse niemand die sprichwörtliche „Katze im Sack“ kaufen. „Es gibt eine ganze Menge, was Kaufwillige im Vorfeld klären können, um notfalls eine schnelle Entscheidung zu treffen.“

Die Vorbereitung auf den Hauskauf beginnt noch vor der ersten Besichtigung. Kaufinteressenten sollten sich vorab genau überlegen, welche Kriterien das künftige Zuhause unbedingt erfüllen muss, worauf sie verzichten können – und was sie auf keinen Fall wollen. „Wer sich darüber im Klaren ist, wo er wohnen will, wie viele Räume er benötigt und wo das finanzielle Limit liegt, kann anhand seiner individuellen Checkliste unpassende Offerten von vornherein ausschließen“, sagt VPB-Experte Gries. Das spart nicht nur Zeit und Nerven. Eigentümer in spe geraten auch gar nicht erst in Versuchung, sich um eine Immobilie zu bemühen, die sie eigentlich gar nicht haben wollen.

Vor dem Hauskauf mit den Nachbarn plauschen

Kommt das Traumhaus auf den Markt und drängt der Vermieter auf einen schnellen Abschluss, sollten sich Kaufinteressenten wenigstens die Zeit nehmen, um einen Blick ins Grundbuch zu werfen, rät Gries. Nur so könnten Interessenten prüfen, ob dem Verkäufer die Immobilie wirklich gehört, ob sie mit Hypotheken belastet ist oder Wohn- und Wegerechte eingetragen sind. Diese bleiben auch nach dem Kauf bestehen und können die Nutzung einschränken. „Wichtig ist immer auch, ob das Haus in seiner heutigen Form überhaupt baurechtlich genehmigt ist“, sagt Gries. Käufer sollten sich alle entsprechenden Genehmigungen vorlegen lassen. Liegen die Unterlagen nur für Teile des Hauses oder gar nicht vor, sollten Interessenten lieber die Finger von der Immobilie lassen. Zwar seien für manche ältere Objekte oft tatsächlich keine Bauunterlagen mehr zu finden, erklärt der Immobilienexperte. Wenn Eigentümer der Baubehörde dann aber doch mal beweisen müssen, dass ihre Immobilie in allen Teilen genehmigt ist, dann „haben sie den Schwarzen Peter“, sagt Gries.

Auch die Zeit für einen Plausch mit den zukünftigen Nachbarn ist gut investiert. Sie kennen die Gegend und das Anwesen, wissen zum Beispiel, ob die Eigentümer mal aufgrund eines Wasserschadens renovieren mussten. Außerdem erfahren Kaufinteressenten so ohne große Umwege, was sich in der Nachbarschaft tut: etwa, wann die geplante Umgehungsstraße gebaut wird oder warum der Großmarkt im Ort eigentlich so umstritten ist. Nämlich, weil jeden Samstagmorgen Händler und Kunden aus dem gesamten Umland in den Ort strömen und der Lärm ein Ausschlafen unmöglich macht.

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