ImmobilienmarktDie besten Immobilienaktienfonds

Neubau auf der Münchener Theresienhöhe
Es wird zwar viel gebaut in Deutschland - wie hier auf der Münchener Theresienhöhe - die Preise steigen trotzdem unaufhörlichdpa

Das Baugeld ist billig, die Konjunktur läuft und in Metropolen bleibt das Angebot an freiem und bezahlbaren Wohnraum knapp: Vieles spricht dafür, dass Preise und Mieten auf dem Immobilienmarkt weiter steigen werden. Wer damit Geld verdienen will, muss heutzutage tief in die Tasche greifen. Ein Direktinvestment in Beton ist teuer und sprengt häufig den Rahmen der meisten Privatanleger-Depots. Denn selbst wer Millionen auf dem Konto hat und nur einen Teil in ein Haus investiert, geht ein hohes Risiko ein: Reparaturen und Leerstand können die Rendite gewaltig drücken, von Staatseingriffen wie der Mietpreisbremse ganz zu schweigen. Das investierte Kapital ist außerdem an das Objekt gebunden – unrentable Immobilien wieder loszuwerden, kann Jahre dauern.

Um dennoch vom Preisboom auf dem Immobilienmarkt zu profitieren, setzen immer mehr Anleger auf Immobilienaktien. Sie sind sehr flexibel, lassen sich oft auch kurzfristig weiterverkaufen und kombinieren somit die Vorteile von Immobilien mit der Liquidität börsennotierter Aktien. Europäische Immobilienaktienfonds haben in den vergangenen drei Jahren außerdem mehrheitlich gute Renditen erzielt: Laut einem Rating des Analysehauses Morning Star lag die durchschnittliche Dreijahres-Performance der zehn bestbewertesten europäischen Immobilienfonds bei 9,08 Prozent pro Jahr. Für das laufende Jahr liegt der Rendite-Durchschnitt bei jährlich 7,06 Prozent.

Am besten im Morning-Star-Ranking abgeschnitten hat F&C Real Estate Securities Fonds mit einer Wertentwicklung von 13,67 in den vergangenen drei Jahren. Der Fonds investiert zu hundert Prozent in Aktien börsennotierter europäischer Immobilienunternehmen sowie Unternehmen, die sich auf dem europäischen Immobiliensektor engagieren. Seine Dreijahres-Performance liegt knapp zwei Prozentpunkte vor dem Zweitplatzierten im Ranking, dem Henderson Horizon Pan European Property Equities Fonds. Dieser erreichte auf Sicht von drei Jahren zuletzt eine Wertsteigerung von 11,76 Prozent. Anders als der F&C-Fonds setzt der Fonds auf langfristigen Kapitalzuwachs durch die Anlage in Dividendenpapiere von Gesellschaften, die einen Großteil ihres Ertrags aus dem Eigentum und der Verwaltung von Immobilien in Europa erzielen. Mit 9,60 Prozent nimmt die Deutsche Wohnen den größten Posten im Fonds ein, gefolgt von Unibail Rodamco mit 7,40 Prozent.

Zweistellige Renditen

Für das laufende Jahr liegt der Henderson Horizon Pan European Property Equities Fonds mit einer bisherigen Wertsteigerung von 11,04 Prozent weit vorn auf Platz Eins im Morning-Star-Ranking. Einzig der KBC Select Immo Europe Plus Fonds, der mit Platz 5 im soliden Mittelfeld rangiert, erreicht mit 10,11 Prozent ebenfalls ein zweistelliges Ergebnis.

Am hinteren Ende der Skala steht der SemperProperty Europe Fonds. Mit einer Einjahres-Performance von minus 1 Prozent erwirtschaftete der Fonds als Einziger unter den Top 10 ein negatives Ergebnis. Der Fonds erwirbt direkt oder indirekt Immobilienaktien und Aktien gleichwertiger Immobilienwertpapiere von Unternehmen, die ihren Sitz in Europa haben. Mit 8,38 Prozent nimmt Unibail Rodamco den größten Posten im Depot ein. Mit einer Wertentwicklung von 4,25 Prozent pro Jahr in den vergangenen drei Jahren erreichte der Fonds nur ein Drittel der Performance des Erstplatzierten.